Beim herrrenlosen Zug im Januar 2018 gab es eine technische Panne

dzRB 43

Ein herrenloser Zug hatte Anfang 2018 auf seinem Weg von Dortmund nach Dorsten einen Transporter gerammt. Die Bundespolizei gab jetzt auf Nachfrage ihre Ermittlungsergebnisse bekannt.

Dorsten

, 07.05.2019 / Lesedauer: 2 min

Im Januar 2018 war der RB 43 auf seinem Weg von Dortmund nach Dorsten unterwegs, als er auf freier Strecke zwischen Gladbeck Ost und Gelsenkirchen-Buer Süd anhielt. Es gebe Probleme mit dem Bremssystem und der Druckluft, teilte der Lokführer den Fahrgästen mit, stieg aus und kontrollierte den Zug. Dann rollte der Zug plötzlich ohne Lokführer los und rammte auf einem offenen Bahnübergang an der Wielandstraße in Gladbeck einen Transporter. Es wurde niemand verletzt.

Die Bundespolizei stellte bei ihren Ermittlungen fest, dass es tatsächlich einen technischen Defekt am Zug gegeben habe. „Es gab eine undichte Hauptluftbehälterleitung. Diese sorgt dafür, dass Bremsanlage, Luftfederung und andere technische Einrichtungen, die mit Luftdruck funktionieren, den notwendigen Luftdruck haben“, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Meldung des Defekts hatte der Lokführer erhalten und korrekterweise den Fahrdienstleiter informiert und nachgesehen, ob er den Zug wieder in Gang setzen kann.

An Richtlinien gehalten?

Dafür sei er ausgestiegen und habe den Defekt auch feststellen können. „Er hat gewisse Sachen ausprobiert, um den Zug wieder in Gang setzen zu können“, teilte der Sprecher mit. Und da sei nun die Frage, ob der Lokführer die Richtlinien zum Bedienungsablauf des manuellen Entkuppelns befolgt habe. Es bestehe der Verdacht, dass er das nicht gemacht habe, da der Zug ja losgerollt sei. „Aber final muss die Staatsanwaltschaft sagen, ob er fahrlässig gehandelt hat.“ Diese bekomme in den nächsten Tagen für weitere Ermittlungen die Ergebnisse der Bundespolizei übermittelt.

Der Lokführer selbst habe einen Schock erlitten und sei nach dem Unfall krankgeschrieben gewesen. „Zum Glück ist niemand bei dem Zusammenstoß mit dem Transporter verletzt worden“, zeigte sich der Bundespolizeisprecher erleichtert über den dann doch glimpflichen Ausgang.

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