Baum-Ärger in Dorsten: Bauarbeiter schocken Anwohnerin, jetzt ist eine Lösung in Sicht

dzStraßenbau

Im Baum-Streit am Orthöver Weg deutet sich eine Lösung an, mit der die Klägerin gut leben kann. Zuvor versetzten Bauarbeiter ihr aber noch einen Schock.

Dorsten

, 27.06.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Monaten streitet eine Wulfenerin mit der Stadt um eine Baumaßnahme. Aus naturschutzrechtlichen Gründen soll eine alte Linde eine Baumscheibe erhalten, die nicht mit dem Auto überfahren werden darf. Dadurch würde die Zufahrt zur Garage der Grundstückeigentümerin zu schmal und auf Dauer unbenutzbar werden.

Erster Vorschlag der Stadt: Die Wulfenerin könnte doch ein Stück ihres Vorgartens aufgeben, damit dort eine schräge Zufahrt gebaut werden kann - auf Kosten der Eigentümerin. Die lehnte ab, nahm sich einen Anwalt und ging an die Öffentlichkeit. Die Stadt bot daraufhin an, die Kosten für die neue Zufahrt zu übernehmen. Auch das lehnte die Wulfenerin auf Anraten ihres Anwalts ab, der die geplante Maßnahme mit der Baumscheibe bis heute für rechtswidrig hält.

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Vertreter von Stadt und Kreis trafen sich Anfang Juni mit der Eigentümerin und ihrem Anwalt vor Ort, um eine für alle Seiten verträgliche Lösung zu finden. Die Wulfenerin sprach danach von einem „erfolgreichen Schlichtungstreffen“, weil Stadt und Kreis signalisiert hätten, die von ihr von Beginn an vorgebrachte Idee einer Wurzelbrücke, die überfahren werden darf, realisieren zu wollen.

Und dann das: Als die Wulfenerin am vergangenen Montagabend nach Hause kam, hatten Bauarbeiter bereits den Bordstein abgesenkt, um die schräge Zufahrt zu ihrer Garage zu bauen. „Genau so, wie die Stadt es sich immer gewünscht hatte“, sagt sie. „Ich stand vor vollendeten Tatsachen und war fassungslos und unendlich verärgert. Das glaubt man doch gar nicht!“

Baum-Ärger in Dorsten: Bauarbeiter schocken Anwohnerin, jetzt ist eine Lösung in Sicht

Der Bordstein ist abgesenkt, an dieser Stelle sollte die neue Zufahrt zur Garage entstehen. Zwei Tage später wurde alles wieder rückgängig gemacht. © privat

Zwei Tage später war der abgesenkte Bordstein wieder verschwunden und alles wie vorher. Die Arbeiten seien aus Versehen durchgeführt worden, erklärte die Stadtverwaltung. Grund sei ein Personalwechsel auf der Baustelle. Die vorgenommenen Arbeiten würden im Widerspruch zu den jüngsten Vergleichsverhandlungen stehen.

Zwar befinde man sich noch in Gesprächen mit dem Kreis, erklärte Stadtsprecher Ludger Böhne. „Aber es wird wohl auf die Lösung hinauslaufen.“ Gemeint ist die überfahrbare Wurzelbrücke.

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Im Zuge der Berichterstattung über die Baumaßnahmen am Orthöver Weg sind auch andere Anwohner vom Orthöver Weg stutzig geworden. Zuletzt wunderten sie sich, dass die Straße an vielen Stellen wieder aufgerissen werden muss, um Gullys einzusetzen. Wurden die vorher vergessen?

Nein, sagt die Verwaltung. „Bei solchen Maßnahmen gibt es unterschiedliche Herangehensweisen, das sieht manchmal vielleicht komisch aus“, sagt Ludger Böhne. Zunächst sei der alte Asphalt runtergekommen, dann folgte die Ausschachtung, die Frostschutzschicht kam drauf und danach die erste Schicht im Straßenausbau. „Das hat den Effekt, dass die Straße erst mal befahrbar ist“, so Böhne. „Für die Gullys kommt die Firma dann noch mal und schachtet an den erforderlichen Stellen wieder aus. Das ist eine Entscheidung der Firma.“

Auch die Kabel für die Laternen seien nicht vergessen worden. Auf der Straße gebe es immer wieder Querungen. Kabel würden bis zur Querung verlegt, dann werde diese gebaut und anschließend die Kabel weitergezogen bis zur nächsten Querung.

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