Barkenberger lassen an der Brücke und Unterführung an der Barkenberger Allee nicht rütteln

dzVerkehrskonzept Barkenberg

In Barkenberg hört der Spaß auf, wenn am Barkenberger Verkehrskonzept gerüttelt wird. Das bekamen Vertreter des städtischen Bauamtes beim Ortstermin an der Barkenberger Allee zu spüren.

Wulfen-Barkenberg

, 23.02.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer gehen seit jeher getrennte Wege in Wulfen-Barkenberg. Das haben sich die Ortsteilmacher vor 50 Jahren fein ausgedacht, als sie die Neue Stadt Wulfen am Reißbrett planten und in die Tat umsetzten.

Seitdem wird das Barkenberger Verkehrskonzept von Stadtplanern aus aller Welt gefeiert. Und auch die Bewohner, insbesondere Familien mit Kindern, zieht es dorthin, weil deren Fußwege keine Autos kreuzen.

Deshalb wird die Diskussion über Abriss, Neubau, Sanierung der Brücke an der Barkenberger Allee im Ortsteil lebhaft und außerordentlich engagiert von den Ortsteilbewohnern geführt. Die Brücke ist so etwas wie eine Hauptverkehrsachse für Autos. Die Unterführung darunter bietet Fußgängern und Radfahrern Sicherheit.

Barkenberger lassen an der Brücke und Unterführung an der Barkenberger Allee nicht rütteln

Brücke und Unterführung weg? Oder Sanierung? Die Barkenberger steckten die Köpfe beim Ortstermin zusammen. Hubert Stenkamp (li.) war als Vertreter der Stadt dabei. © Claudia Engel

Allerdings sind Ab- und Auffahrt der Brücke so steil (12 bis 14 Prozent Gefälle bzw. Steigung), dass sie von alten Menschen, von Menschen mit Behinderungen oder von Kindern gemieden wird. So kommen sich Fußgänger und Autos unfreiwillig in die Quere. An Barrierefreiheit haben die Planer vor 50 Jahren nicht gedacht.

Lebhafte Diskussionen um fünf Varianten der Stadt

Das Dilemma um die Brücke ist nicht leicht zu lösen. Das bekamen Vertreter des städtischen Bauamtes beim Ortstermin am Dienstag zu spüren. Mitglieder des Bauausschusses, aber auch 15 Ortsteilbewohner kamen und diskutierten lebhaft die fünf Ausbau-, Umbau- oder Abrissvarianten, die die Stadt zur Diskussion stellt.

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Keine davon sagt den Barkenbergern zu: „Wenn wir nach den Vorschlägen der Verwaltung verfahren, geht das Prinzip des Ortsteils verloren“, sagte Hannes Schmidt-Domogalla, Architekt und Ortsteilbewohner. Und er fügte hinzu: „Lösen wir das Prinzip der getrennten Wegeführung hier auf, können wir gleich alle Brücken im Ortsteil abreißen.“

Eigene Ideen ins Spiel gebracht

Die Barkenberger brachten deshalb eigene Ideen ins Spiel, so etwas wie eine sechste Ausbauvariante. Schmidt-Domogalla wies darauf hin, dass das starke Gefälle auf der einen Seite durch die Anlage von Serpentinen gemildert werden könnte, die Steigung auf der anderen Seite durch Hinzufügung von Rampen. Sie nähmen der Steigung den Biss. Auch dann wäre Barrierefreiheit gegeben. Ein wichtiges Argument dafür, Fördermittel für den Umbau zu bekommen.

Auf Unterführung und Brücke wollen die Barkenberger nicht nur wegen des ortsteiltypischen Verkehrskonzeptes nicht verzichten, sondern auch deshalb, weil es die Hauptquerungsachse für die Grundschüler im Ortsteil ist, die aus dem nördlichen Bereich nach Süden zur Schule laufen. Die Straßenkreuzung Barkenberger Allee/Himmelsberg, an die sich Brücke und Unterführung anschmiegen, ist eine der belebtesten im Ortsteil Barkenberg. Wie auch anderenorts, geben einige Autofahrer hier gerne und allzuviel Gas. Das war auch beim Ortstermin hörbar.

Zebrastreifen bietet keine 100-prozentige Sicherheit

„Ein Zebrastreifen an dieser Stelle würde nicht den gewünschten Effekt haben“, sind sich die Ortsteilbewohner sicher. Zumal ein Zebrastreifen einem Fußgänger oder Radfahrer nicht automatisch Vorfahrt vor dem Autoverkehr gewährt. „Das wird oft missverstanden“, sagt Hubert Stenkamp vom Bauamt der Stadt. Er stand als Ingenieur und Vertreter der Verwaltung den Bewohnern beim Ortstermin Rede und Antwort.

Die beim Ortstermin genannte Idee, eine weitere Variante zu skizzieren, traf auf große Zustimmung in der Runde. Die Wulfen-Konferenz, Stadtteilkonferenz für Wulfener und Barkenberger Bürger, wird sich am 6. März damit befassen und ihre Ideen für die Zukunft der Barkenberger Brücke und Unterführung zusammentragen.

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