Bahn zieht Konsequenzen nach tödlichem Unfall in Dorsten-Wulfen

dzUnfall am Bahnübergang

Fast fünf Monate liegt der tödliche Unfall an einem Bahnübergang in Wulfen zurück. Jetzt ist klar: Die Bahn zieht Konsequenzen. Aber nicht alle Verkehrsteilnehmer sind betroffen.

Dorsten

, 10.04.2019 / Lesedauer: 2 min

Die Sonne stand tief über dem Wirtschaftsweg zwischen Hervester Straße und Verspohlweg, als ein Autofahrer (63) am 14. November 2018 den unbeschrankten Bahnübergang überquerte. Ein Zug der Nordwestbahn erfasste den Wagen und schleifte ihn bis zum nächsten Bahnübergang an der Munastraße mit. Der Fahrer kam ums Leben, der junge Lokführer (27) erlitt einen Schock.

Umlaufsperre stoppt Autofahrer

Um solche Unfälle in Zukunft auszuschließen, wird der Bahnübergang für Autofahrer geschlossen. Fußgänger und Radfahrer können die Schienen über eine sogenannte „Umlaufsperre“ aber weiterhin passieren. „Die Unterlagen liegen zur Genehmigung beim Eisenbahnbundesamt, also der Aufsichts- und Genehmigungsbehörde, vor und werden dort aktuell geprüft“, sagte Bahnsprecher Torsten Nehring auf Anfrage. „Ein Umbau erfolgt unverzüglich nach Erteilung der Baurechts-Vorlage.“

Bahn zieht Konsequenzen nach tödlichem Unfall in Dorsten-Wulfen

Der Autofahrer überlebte die Kollision mit einem Zug der Nordwestbahn nicht. Die Deutsche Bahn will solche Unfälle an dieser Stelle künftig ausschließen. © Guido Bludau

Der Wirtschaftsweg, auf dem im November 2018 der Autofahrer sein Leben verlor, ist eigentlich nur für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge vorgesehen. Er wird jedoch gerne von Autofahrern als Schleichweg genutzt, um lange Wartezeiten an den Bahnübergängen Köhler Straße und Burenkamp zu umgehen.

Zwei Bahnübergänge technisch aufgerüstet

Einen Monat nach dem tödlichen Unfall hatte die Bahn deshalb diese beiden Bahnübergänge technisch aufgerüstet, um die Wartezeiten für Autofahrer deutlich zu reduzieren. „An den beiden Anlagen mit mechanischem Schrankenposten wurde eine Nachwarnanlage installiert und mit der Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerks ebenfalls in Betrieb genommen“, bestätigte der Bahnsprecher.

Die Polizei hatte Tage nach dem Unfall verstärkte Kontrollen auf dem Wirtschaftsweg ausgeschlossen. Eine besondere Gefahrenlage gebe es an dieser Stelle nicht. „Das war ein tragisches Unglück“, sagte Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber damals. „Vielleicht wurde der Autofahrer durch die tief stehende Sonne geblendet. Und wäre er eine Sekunde früher oder später an dem Bahnübergang gewesen, wäre wahrscheinlich nichts passiert.“

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