Auch in Höhe des neuen Brückenstandorts wurden die Bäume für die neue Kanalbrücke in Östrich gerodet. Im Hintergrund die alte Brücke 350 Meter weiter östlich. © Michael Klein
Wesel-Datteln-Kanal

Bäume gefällt: Neubau einer maroden Kanalbrücke in Dorsten rückt näher

60 Jahre alt ist eine Kanalbrücke für den Autoverkehr in Dorsten. Weil sie marode ist, muss sie ausgetauscht werden. Jetzt haben die Vorarbeiten für das 3,5-Millionen-Projekt begonnen.

Der Kahlschlag ist vielen Spaziergängern, Radlern und Autofahrern, die in dieser Woche am Wesel-Datteln-Kanal im Grenzgebiet von Dorsten und Gahlen unterwegs gewesen sind, aufgefallen: Baumstämme in dreistelliger Zahl liegen an der Kanalböschung oder am Straßenrand und warten darauf, dass sie abgeräumt werden.

Verantwortlich für die Rodung ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Duisburg. Wie der zuständige Projektleiter Udo Kaiser auf Anfrage unserer Redaktion erklärt, sind die Arbeiten der erste Aufschlag für den Neubau der Kanalbrücke in Östrich. „Wir haben jetzt das Zeitfenster, in dem die Brutzeit der Tiere noch nicht begonnen hat“, sagt er.

Die meisten Bäume sind auf der Nordseite des Kanals entlang der Straße Brückenweg (Dorsten)/Im Aap (Schermbeck) gefällt worden. „In Teilen muss diese Gemeindestraße verbreitert werden“, so Udo Kaiser, „auch einige Kurven bekommen einen größeren Radius.“ Und zwar für den Baustellenverkehr, der auf dieser Seite nur von der Maassenstraße her die Stelle erreichen kann, wo die neue Brücke gebaut wird.

350 Meter weiter

Die neue Brücke ist notwendig, weil die alte Brücke marode ist und abgerissen werden muss. Der Neubau wird 350 Meter weiter westlich den Kanal queren. Der Ort ist jetzt gut zu erkennen, denn auch hier wurde in den vergangenen Tagen eine breite Schneise gerodet.

Auch auf der Südseite, wo ansonsten keine weiteren Fällarbeiten notwendig waren. „Von hier aus erreichen wir die Baustelle von der Gahlener Straße, da haben die Baufahrzeuge nur ein kurzes Stück Wegstrecke zurückzulegen.“

Die 60 Jahre alte Östricher Brücke wird abgerissen. Die neue Brücke wird 350 Meter entfernt in Höhe des Gebäudes rechts gebaut. © Geonetzwerk Metropole Ruhr © Geonetzwerk Metropole Ruhr

Die Vorarbeiten konnten jetzt endlich beginnen, weil der rechtskräftige Planfeststellungsbeschluss nach mehrjährigen Verzögerungen im Dezember 2020 vorgelegt wurde. Die derzeitige 60 Jahre alte Brücke befindet sich in einem miserablen Zustand. „Sie bleibt noch so lange in Betrieb, bis der Verkehr auf der neuen Brücke frei gegeben wird“, erklärt Projektleiter Udo Kaiser.

Die neue Kanalbrücke wird am Wasserstraßen-Kilometer 23,523 gebaut. Udo Kaiser geht davon aus, dass es nach der Ausschreibung wohl bis Anfang 2022 dauern wird, bis der konkrete Baustart erfolgen wird. Rund zwei Jahre dauert nach bisherigen Prognosen der Brückenschlag, etwa 3,5 Millionen Euro wird er kosten.

Mehr Durchfahrtshöhe

Die Fahrbahnbreite (drei Meter) bleibt unverändert, die Gesamtgröße allerdings nicht. Die neue Stabbogenbrücke hat eine Durchfahrtshöhe für Schiffe von 5,75 Meter, so will es das Verkehrsministerium. Auch die Stützweite soll nach den Plänen von heute 55,5 Meter auf 70 Meter vergrößert werden.

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Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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