Bäckereien in Dorsten schmeißen wenig Brot und Brötchen weg

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Weil Kunden auch kurz vor Ladenschluss noch frische Brötchen haben möchten, bleibt abends viel Ware in den Bäckereien liegen. Wie viele Backwaren landen in Dorsten eigentlich im Müll?

Dorsten

, 09.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Patrick Spangemacher von der Bäckerei Spangemacher mit Filialen unter anderem in Dorsten, Raesfeld und Lembeck kennt zwei Arten von Kunden: „Die einen regen sich abends auf, weil die Theke noch voll ist, die anderen regen sich auf, wenn sie kurz vor Ladenschluss nichts mehr bekommen.“

Selbsterklärtes Ziel sei es aber, so wenig wie möglich an Backwaren am Abend wegzuwerfen. Die Umweltorganisation WWF hatte zuletzt kritisiert, dass in manchen Geschäften jede fünfte Backware liegen bliebe.

Nachfrage bei Landwirten ist höher als das Angebot

Nicht verkaufte Backwaren gehen bei Spangemacher zu einem kleinen Teil an die Tafel, zum großen Teil aber als Tierfutter an Landwirte. „Dort ist die Nachfrage höher als das Angebot“, sagt er. Weggeschmissen werde in den Filialen lediglich der Kuchen, da er nicht weitergegeben werden dürfe.

Hermann Imping von der Bäckerei Kleinespel & Imping mit 19 Filialen in Dorsten, Marl und Schermbeck hat rund 10 Prozent Retouren. „Das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab und wechselt täglich. Bei plötzlichem Schneefall verkaufen wir zum Beispiel eher schlecht“, erklärt er. Nicht gebackene Teiglinge könnten glücklicherweise am nächsten Tag wieder zum Teig gegeben und neu verwendet werden.

„In den heimischen Haushalten landet mehr Müll“

Neben der Tafel werden von Kleinespel & Imping ebenfalls Tierfutter-Hersteller mit übrig gebliebenen Backwaren versorgt. Belegte Brötchen würden sich am Abend gerne auch mal die Pater des Franziskanerklosters in der Stadt abholen, so Hermann Imping. „Wir schmeißen fast nichts weg. Ich glaube, in den heimischen Haushalten landet wesentlich mehr im Müll.“

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Für ihn und seine Kollegen ist es indes nicht einfach, den Bedarf zu planen. Einige Bäckerei-Ketten benutzen dafür heutzutage eine Software - Kleinespel & Imping sowie Spangemacher nicht. „Wir hatten so etwas mal, aber das war für uns wenig hilfreich“, sagt Imping. Patrick Spangemacher erklärt: „Wir haben uns darüber mal informiert, aber unser Betrieb ist dafür zu klein.“

Bäckereien geben teilweise sogar Neuware an die Tafel

Die Dorstener Tafel kann sich über einen Mangel an Backwaren jedenfalls nicht beschweren. „Wenn es uns an einer Sache nicht fehlt, dann sind das Brot und Brötchen“, sagt Vorsitzender Herbert Rentmeister.

Bäckereien in Dorsten schmeißen wenig Brot und Brötchen weg

Die Dorstener Tafel kann sich nicht über einen Mangel an Backwaren beschweren. © Anke Klapsing-Reich

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Teilweise bekämen sie von den Bäckereien sogar Neuware. Oft bleiben auch bei der Tafel Brötchen und Brote übrig. Diese werden dann von sogenannten Foodsavern (Lebensmittelrettern), Pferdewirten oder privaten Tierhaltern abgeholt.

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