Autobahnmeisterei: Angst arbeitet mit

DORSTEN Die Angst arbeitet immer mit. "Straßenwärter haben ein 13 Mal höheres Risiko, bei einem Arbeitsunfall ums Leben zu kommen als normale Arbeitnehmer", sagt Michael Höhne, Leiter der Arbeitssicherheit bei der Straßenbau.NRW-Betriebszentrale in Gelsenkirchen.

von Von Michael Klein

, 02.07.2008, 17:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Straßenwärter der Autobahnmeisterei Dorsten bei der Arbeit. privat</p>

<p>Straßenwärter der Autobahnmeisterei Dorsten bei der Arbeit. privat</p>

Glimpflicher gingen glücklicherweise die Verkehrsunfälle aus, bei denen zwei Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Dorsten in den vergangenen vier Wochen beteiligt waren. Beide wurden zwar schwer verletzt, befinden sich aber auf dem Weg der Besserung.

"Die Mitarbeiterin, die in den tödlichen Lkw-Unfall Anfang Juni auf der A 31 verwickelt war, wird zudem psychologisch betreut", so Michael Höhne. Gleiches werde dem Unfallopfer vom Dienstag angeboten. Die Unfallkasse NRW übernimmt dafür die Kosten.

"Nicht zu verhindern"

Die technische Aufarbeitung habe ergeben, dass in beiden Fällen die LKW-Fahrer die Unfälle verschuldet haben. "Die Zusammenstöße sind von unserer Seite nicht zu verhindern gewesen." Michael Höhne weist daraufhin, dass auf die Sicherheit der Mitarbeiter größten Wert gelegt werde. So installiert der Landesstraßenbetrieb vor stationären Baustellen Warnschwellen. "Auf der A 2 hatten wir es jedoch mit einer Wanderbaustelle auf einem Seitenstreifen zu tun. Dass ein Lkw nach einem Überholmanöver dort landet, kann man nicht vorhersehen."

Der Stabsstellen-Leiter appelliert an die Autofahrer, Vorsicht an Baustellen walten zu lassen. "Wer einmal nicht aufpasst, kann schnell eine Arbeitskolonne von drei, vier Mann erfassen." Die meisten Arbeits-Unfälle indes passieren am Rand der Straßen. "Denn die Straßenwärter sind Allrounder", erklärt Michael Höhne. "Sie machen den Winterdienst, können pflastern und arbeiten bei der Grünpflege oft mit gefährlichen Geräten wie Kettensägen." Hinzu kommen die Emissions-Belastungen durch Abgase und Verkehrslärm.

Kein Verständnis für Beschimpfungen

Kein Verständnis hat Michael Höhne für Autofahrer, die die Straßenwärter der Autobahnmeistereien an Baustellen beschimpfen, bedrohen, sogar mit Gegenständen bewerfen. "Man darf nicht vergessen: Da arbeiten Menschen, die dafür sorgen, dass der Verkehr wieder reibungslos fließt."

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