Auch am Parkplatz des Nahversorgungszentrums an der Händelstraße sollen am Samstag verdächtige Personen unterwegs gewesen sein, die den Taubstummen-Trick versucht haben sollen. © Guido Bludau (Archiv)
Betrugsmasche

Auf Supermarkt-Parkplätzen: Betrüger mit dreister Masche unterwegs

Betrüger geben sich als Taubstumme aus und sammeln Geld für einen angeblichen Hilfsverein. Auf Supermarkt-Parkplätzen in Dorsten hat es nun solche verdächtigen Vorfälle gegeben.

Als eine Dorstenerin am Samstag (6.2.) auf dem Aldi-Parkplatz in Hervest aus dem Wagen stieg, wurde sie von einem jungen Mann angesprochen. Er gab vor, taubstumm zu sein. Als sie sich kopfschüttelnd weigerte, auf ihn einzugehen, sei er „flott zur Straße gerannt und dort dann in einen wartenden dicken Mercedes gestiegen“.

Da sich die Dorstenerin mit Gehörlosen auskennt, hat sie sofort gedacht, dass da womöglich etwas nicht stimmen kann – und vermutet eine bekannte Betrugsmasche, „den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen“. Denn von einem anderen Kunden auf dem Parkplatz erfuhr sie von einem ähnlichen Vorfall vom Samstag am REWE-Parkplatz in Hervest.

Als diese Begegnungen noch am gleichen Tag in einer Dorstener Facebook-Gruppe öffentlich wurden, meldeten sich weitere Bürger, die in den vergangenen Tagen auf Parkplätzen von verdächtigen Personen angesprochen wurden. Immer gaben sich diese als Taubstumme aus, baten um Spenden, zum Teil mit einem Klemmbrett in der Hand.

Demnach passierte das vor Aldi in Holsterhausen, bei Poco im Industriegebiet, bei Netto in Holsterhausen, bei „Lidl“ am Gemeindedreieck, vor Penny an der Händelstraße, auf dem Aldi-Parkplatz auf der Hardt sowie vor Netto in Wulfen.

Immer auf die gleiche Tour

Damit scheint eine Trickserie nach Dorsten (zurück-)gekommen zu sein, mit der Betrüger schon seit Jahren versuchen, an das Geld gutgläubiger Bürger zu kommen. Sie gehen laut Berichten der Polizei immer auf die gleiche Tour vor.

Jemand steckt eine Ein-Euro-Münze in eine Geldsammelbüchse. Doch manchmal sind auch Betrüger unterwegs. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

Die Täter geben vor, für einen angeblichen gemeinnützigen Taubstummen-Verein Gelder zu sammeln. Oft werden ältere Passanten angesprochen, die dann aufdringlich und aggressiv um Geldspenden gebeten werden. In vielen Fällen bleibt es beim Betteln. Bietet sich jedoch eine günstige Gelegenheit, greifen manche Täter auch in Taschen, um Portemonnaies oder andere Wertgegenstände zu entwenden.

Nach Angaben der Kreispolizei Recklinghausen ist die Wache Dorsten am Wochenende nicht über die entsprechenden Vorkommnisse informiert worden, es habe keine Strafanzeigen gegeben. In der Vergangenheit seien aber „regelmäßig“ solche Betrügereien in Städten des Kreises vorgefallen.

„Sollte es zu Vorfällen kommen, würden wir von den Bürgern gerne Bescheid bekommen“, so Polizei-Sprecher Andreas Lesch. „Dann fahren wir raus und kümmern uns“, sagt er. Wobei der Polizei aber auch klar sei, dass die Verdächtigen genau wissen, dass sie nicht allzu lange an einem „Einsatzort“ bleiben können. „Die sind meistens ruck, zuck wieder weg.“

Polizei warnt

Die Polizei warnt deshalb vor unseriösen Spendensammlern. Es drohe, dass diese das Geld für sich selbst nutzen. Bei Spendenbereitschaft sei es ratsam, sich über die jeweilige Organisation zu informieren.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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