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Auf ein letztes Bier in der Traditionsgaststätte Knieper

dzGaststätte Knieper

Die Gaststätte Knieper wird zurzeit dem Erdboden gleichgemacht. Vor den Abriss-Arbeiten trafen sich ehemaligen Stammgäste auf ein letztes Bierchen – und einige Anekdoten.

Wulfen

, 10.10.2018 / Lesedauer: 3 min

Bei dem Treffen war es fast so, als wenn der Zahn der Zeit dem Schankraum nichts habe anhaben können. Doch der Schein trügt. Das Gebäude samt der Kneipe ist in die Jahre gekommen und wird nun abgerissen, um dem Neubau eines Mehrfamilienhauses Platz zu machen.

Die Speisegaststätte, die 1960 an der Straße Zur Potmere eröffnet und im Jahr 1976 um einen Speiseraum erweitert wurde, war schon seit den 1990er-Jahren geschlossen und verfiel zusehends. Für ein paar Stunden wurden die Räumlichkeiten aber noch einmal dem ursprünglichen Zweck entsprechend genutzt.

Auf ein letztes Bier in der Traditionsgaststätte Knieper

Die Gaststätte wird zurzeit abgerissen. © Guido Bludau

Fast war es bei dem Treffen so wie früher, als noch Rudolf Knieper als Fachmann des Gaststättengewerbes hinter dem Tresen stand. Rudi, wie er bei seinen Stammgästen hieß, war für die Getränke zuständig und sorgte immer mit einem lustigen Spruch für Stimmung bei den Gästen. Seine Gattin Thea war die Chefköchin im Hause.

Wulfens Basketballer tranken hier ihr Bierchen

Das Ehepaar hatte über viele Jahre zum Dorfleben dazugehört. Doch nach diesem letzten Stelldichein rollten die Bagger an und machten dem Gebäude ein Ende. Die Gaststätte Knieper war lange Jahre auch das Vereinslokal des Wulfener Basketballvereins. Viele Mitglieder des BSV sind nach dem Training zu Knieper gegangen, um das ein oder anderen Bierchen zu zischen. Neben den Sportlern trafen sich dort auch zahlreiche Bergleute aus der Region und Mitglieder des Karnevalsvereins Wulfenia.

„Der Wirt hat sich nie Notizen oder einen Deckel gemacht. Er wusste immer aus dem Kopf, was jeder Gast getrunken und gegessen hatte. Ab und zu kam es dann aber auch schon mal vor, dass es Differenzen bei der Abrechnung gab“, erinnert sich ein ehemaliger Gast. Auch Manfred Klosta denkt gerne an die Zeit zurück, als es die Gaststätte Knieper noch gab: „Ich vermisse die Möglichkeit, da hinzugehen.

Freitags gab es immer Muscheln

Unter anderem gab es einen tollen Biergarten, der sehr ruhig gelegen war. Wo gibt es so etwas heutzutage noch? Auch im Inneren war es urgemütlich und zur damaligen Zeit konnte man da sehr gut essen gehen. Freitags gab es immer Muscheln.“

Auf dem Grundstück entsteht nach dem Abriss ein Mehrfamilienhaus mit fünf seniorengerechten Wohnungen. Zu jeder barrierefreien Wohnung gehören ein Keller und eine Garage.

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