Auf die Bus- und Bahnpendler in Dorsten kommen einschneidende Veränderungen zu

dzNahverkehr

Eine Bahnlinie ab Dorsten wird eingestellt, eine andere fährt bald doppelt so oft - deswegen werden fast alle Bus-Fahrpläne in der Lippestadt komplett umgestellt. Hier die Hintergründe.

Dorsten

, 29.03.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Auf die Bahn-Fahrgäste kommen in Dorsten mit dem nächsten Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres einschneidende Veränderungen zu. Denn dann ändert der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr sein gesamtes S-Bahn- und Regionalbahn-Konzept - und das hat positive wie negative Auswirkungen auf die Dorstener Pendler. Und weil es auch neue Ankunfts- und Abfahrtszeiten von Zügen gibt, werden für den besseren Umstieg von Bus auf Bahn und umgekehrt am Bahnhof und ZOB Dorsten einige neue Bus-Fahrpläne fällig.

„Der Oberhausener“ wird eingestellt

Während sich bei den Bahnlinien RB 43 nach Dortmund („Emschertalbahn“) und RB 45 nach Coesfeld kaum etwas tut, wird es für die Reisenden demnächst schwieriger, mit dem Zug von Dorsten nach Oberhausen zu kommen. Die von der Nordwestbahn betriebene RB 44 - bisher eine Direktverbindung zwischen den beiden Städten - soll nämlich Ende des Jahres eingestellt werden. Dorstener Bahnkunden müssen dann in Bottrop umsteigen und dort den Zug nehmen, der über Oberhausen bis nach Duisburg und weiter bis Mönchengladbach fährt.

Auf die Bus- und Bahnpendler in Dorsten kommen einschneidende Veränderungen zu

Der RE 14 wird ab Dezember alle 30 Minuten zwischen Dorsten und Essen verkehren. © Michael Klein

Deutlich besser wird aber das Angebot auf der wichtigsten Dorstener Linie: Ab Dezember soll der RE 14 montags bis samstags zwischen Essen und Dorsten im 30-Minuten-Takt verkehren und bis Essen-Steele verlängert werden. Heute kommt der RE 14 aus Essen zur Minute 01 am Dorstener Bahnhof an, um dann Richtung Borken weiterzufahren, und fährt um Minute 57 nach Essen ab. Künftig kommt eine ungefähr jeweils eine halbe Stunde später verkehrende weitere Zug-Verbindung zwischen Dorsten und Essen hinzu.

Busse bekommen andere Zeiten

Und das hat Folgen für die Fahrgäste, die die Busse nutzen. Um die Umsteigemöglichkeiten vom Busbahnhof (ZOB) Dorsten zum benachbarten Bahnhof und umgekehrt zu vertretbaren Zeiten zu ermöglichen, entwickelt das Nahverkehrsunternehmen „Vestische“ derzeit ein neues Anschlusskonzept für den Bereich. Das sieht eine deutliche Entzerrung der Taktung vor. Das trifft vor allem die Buslinen 274 (Hervest), SB 26 (Wulfen), 276 (Holsterhausen/Hardt), 278 (Holsterhausen/Östrich) sowie 296 (Altendorf/In der Miere). Diese fahren künftig zu anderen Uhrzeiten.

Anschlüsse sollen besser werden

Denn derzeit kommen viele Buslinien um die volle Stunde am ZOB an. „Dann gibt es ein großes Gerenne, und die meisten Fahrgäste kriegen dennoch nicht den Anschluss“, sagte Stefan Höpel von der Vestischen, der das neue Konzept am Mittwoch der Politik in der Sitzung der ÖPNV-Ratskommission vorstellte. Ab Dezember, angepasst an den Fahplanwechsel im Zugverkehr, sollen die meisten Buslinien der Vestischen zu solchen Zeiten fahren, dass die Fahrgäste besser den jeweiligen Anschluss-Bus oder -Zug am ZOB/Bahnhof bekommen. Teilweise ändern sich Fahrpläne um bis zu 15 Minuten.

Längerer Fußweg ab Gleis 1

Eine Neuplanung war auch deshalb nötig, weil durch den kürzlich erfolgten Umbau der Bahnsteige am Bahnhof die Wege länger werden: Zug-Fahrgäste, die am Bahnsteig 1 ankommen oder abfahren, müssen seitdem einen Umweg über die Treppenanlagen an der Gelsenkirchener Straße nehmen, um dann durch die Unterführung den ZOB zu erreichen.

Auf die Bus- und Bahnpendler in Dorsten kommen einschneidende Veränderungen zu

Durch den Umbau der Bahnsteige am Dorstener Bahnhof müssen die Bahnpendler, die an Gleis 1 ankommen, einen längeren Umweg über die Treppenanlage an der Gelsenkirchener Straße nehmen, um auf die andere Gleisseite Richtung Busbahnhof zu gelangen. © Michael Klein

Eine Buslinie konnte laut Stefan Höpel noch nicht in das neue Takt-Korsett integriert werden: Die SB 25 (Dorsten/Marl/Recklinghausen) wird weiterhin so ungünstig in Dorsten zur vollen Stunde ankommen, dass ein sofortiger Umstieg in andere Busse/Züge nicht möglich ist.

Gutachten wird erstellt

Die Vestische begründete dies damit, dass man auf wichtige Anschlüsse in Marl-Mitte und am Bahnhof Recklinghausen Rücksicht nehmen müsse, zudem habe sich die Fahrzeit des Busses durch neue Ampelanlagen unterwegs verändert. „Wir werden das erst mal ein Jahr wie gehabt weiterführen und ein Gutachten abwarten, wie wir den Zielkonflikt besser in den Griff bekommen können“, so Höpel.

Auch der BVR plant um

Zu der Sitzung eingeladen war auch ein Vertreter des Bahntochter-Unternehmens Bahnverkehr Rheinland (BVR), dessen Linien SB 18 (Dorsten-Schermbeck), SB 28 (Dorsten-Buer), 188 (Dorsten-Gladbeck) und 299 (Gahlen/Schermbeck) den ZOB anfahren. „Wegen eines parallel stattfindenden Termins konnte er aber an der Sitzung nicht teilnehmen“, erklärte BVR-Pressesprecherin Sigrun Richter auf Anfrage unserer Redaktion. „Auch wir sind uns der Problematik des Themas bewusst, unsere Planungen für die Bus-Taktung sind aber noch nicht fertig.“

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Vor allem zur vollen Stunde knubbelt es sich am Busbahnhof - und dennoch sind die Busfahrpläne nicht perfekt auf die Abfahrt der Züge am Bahnhof eingestellt. © Michael Klein

Die Politik begrüßte die Planungen. Allerdings soll die Vestische noch einmal ein Auge darauf werfen, dass die neuen Fahrpläne auf die Unterrichtszeiten der Schulen abgestimmt sind. Andreas Vortmann (CDU) wies nämlich darauf hin, dass sich bei den neuen Plänen bei der Linie 296 (Dorsten/Altendorf) eine 20-minütige Wartezeit für Grundschüler auftue.

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