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Asylantrag abgelehnt: Mongolische Familie hat wohl nur noch eine Chance

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Der Petitionsausschuss des NRW-Landtages ist wohl die letzte Hoffnung für eine mongolische Familie. Ihr Asylantrag wurde abgelehnt, doch damit wollen sich viele Menschen nicht abfinden.

Dorsten

, 18.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Seit Mitte November weiß Familie Ankhbayar, dass sie in Dorsten eigentlich keine Zukunft hat. Ihr Asylantrag ist abgelehnt worden, den Bescheid hält das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen für rechtens. Jarga (12), seine Eltern und seine beiden jüngeren Schwestern müssen bald zurück in die Mongolei. In das Land, aus dem sie vor vier Jahren nach Deutschland kamen, weil der Vater seinen Kindern bessere Bildungschancen ermöglichen wollte.

Viel Solidarität mit der Familie

Das Schicksal der fünfköpfigen Familie rührt viele Menschen in Dorsten. Am Gymnasium Petrinum haben Hunderte Kinder für ihren Mitschüler Jarga demonstriert. Dirk Berger lässt seit Wochen nichts unversucht, damit die mongolische Familie bleiben kann. Seine Online-Petition haben fast 1500 Unterstützer unterzeichnet, mehr als 400 haben die drohende Abschiebung kommentiert. „Aber das reicht natürlich nicht“, sagt der Vater eines Mannschaftskameraden von Jarga bei der BG Dorsten.

Asylantrag abgelehnt: Mongolische Familie hat wohl nur noch eine Chance

Schüler und Eltern demonstrierten akurz vor Weihnachten auf dem Schulhof des Gymnasium Petrinum gegen die Abschiebung von Jarga und seiner Familie. © Robert Wojtasik

Berger und sein Mitstreiter Stefan Leifeld haben mit Politikern gesprochen, Anwälte kontaktiert und letztlich am Mittwoch Unterlagen beim Petitionsausschuss des NRW-Landtages in Düsseldorf zur Prüfung eingereicht. Das Gremium tagt das nächste Mal am 29. Januar, gerade noch rechtzeitig, bevor die Familie Deutschland verlassen muss .

Zur Sache

Der Petitionsausschuss

Für den Fall, dass Bürgerinnen und Bürger sich von Ämtern oder Behörden ungerecht behandelt fühlen, sieht Artikel 17 des Grundgesetzes eine besondere Anlaufstelle beim Parlament vor: Der Petitionsausschuss des Landtags hilft bei Ärger mit Behörden weiter. Bürgerinnen und Bürger können sich mit einer Beschwerde an das Gremium wenden. Eine Petition darf grundsätzlich jeder einreichen. Für die Formulierung gibt es keine Vorgaben. Die Petition muss allerdings schriftlich, unterschrieben und unter der Nennung von Namen und Adresse erfolgen. Bei Sammelpetitionen genügen die Adresse und Unterschrift einer die Gruppe vertretenden Person. Auch die Abgabe einer Online-Petition auf der Internetseite des Landtags ist möglich. Dem Petitionsausschuss des Landtags gehören 21 Abgeordnete an. Zweimal pro Jahr legt er einen Bericht über seine Arbeit vor.

Das genaue Datum teilt die Stadtverwaltung aus Gründen des Datenschutzes nicht mit. Doch es gilt als sicher, dass Jarga und seine ältere Schwester Od-Jargal (8), die die Agathaschule besucht, das Schulhalbjahr noch beenden dürfen. Zeugnisse gibt es am 1. Februar. Vor allem die beiden schulpflichtigen Kinder (die jüngste Tochter ist erst 22 Monate alt und in Deutschland geboren) gelten als bestens integriert, als intelligent und lernwillig und haben einen großen Freundeskreis.

Und das ist mithin das wichtigste Argument, dass Dirk Berger und Stefan Leifeld in die Waagschale werfen. Dem Petitionsausschuss haben sie auch ein Schreiben der BG Dorsten überreicht. Darin heißt es u.a., dass Jarga auch neben dem Spielfeld „für seine Freundlichkeit und Zuverlässigkeit geschätzt“ werde, dass der Verein ihn weiter fördern und ausbilden möchte, „damit er in drei bis vier Jahren als Trainer jüngerer Mannschaften sein Talent und Können weitergeben kann“. Und dass er natürlich eines Tages für die erste Mannschaft eingeplant sei, die in der 1. Basketball-Regionalliga spielt.

Asylantrag abgelehnt: Mongolische Familie hat wohl nur noch eine Chance

Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff (im Hintergrund) hat Jarga und seinen Klassenkameraden vom Gymnasium Petrinum im Dezember das Asylrecht erklärt und warum es für die mongolische Familie nach jetzigen Stand kein Bleiberecht gibt. © Stefan Diebäcker

„Helfen könnte auch, wenn der Vater einen festen Arbeitsplatz in Aussicht hätte“, glaubt Dirk Berger. Sorozonbolt Ankhbayar (31) hat in der Mongolei als Schweißer und Bauarbeiter gearbeitet, durfte in Deutschland wegen seines Aufenthaltstatus‘ aber keine feste Stelle annehmen.

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Zwischenzeitlich hat er mal als „Hilfs-Hausmeister“ im Rathaus gearbeitet. Dort, wo er im Dezember die „freiwillige Ausreise“ unterzeichnen musste. Sonst wäre die Familie wahrscheinlich längst abgeschoben worden.

Wer einen Arbeitsplatz für Sorozonbolt Ankhbayar (31) hätte, kann sich per E-Mail bei Dirk Berger melden: Petition-Jarga@outlook.de
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