Preise für Schweinefleisch steigen: Schlecht für die Verbraucher – andere atmen auf

dzAfrikanische Schweinepest

Wegen der Afrikanischen Schweinepest sinkt das Angebot auf dem Weltmarkt. Das bekommen auch Verbraucher in Dorsten zu spüren. Andere freuen sich über die erhöhte Nachfrage.

Dorsten

, 06.12.2019, 15:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Agrarheute meldete am Dienstag, 3. Dezember 2019, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) wieder näher an die Deutsche Grenze gerückt ist und bezieht sich damit auf Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums von Montag, 2. Dezember 2019. Rund 40 Kilometer vor der deutsch-polnischen Grenze sind etwa zehn Fälle von mit dem ASP-Erreger infizierten Wildschweinen aufgetaucht.

ASP in China lässt Schweinepreise steigen

Damit rückt die Afrikanische Schweinepest erneut näher an deutsche Schweinebestände und beunruhigt Landwirte bundesweit.

Doch auch weiter weg sorgt die Virus-Erkrankung bereits seit Langem für erheblichen Ärger. Durch die Angebotsverknappung im eigenen Land, ist China auf Importe angewiesen, auch aus Deutschland. Auf dem Weltmarkt fehlen daher Schweine und die Schweinepreise steigen.

Dorstener Gastronom zahlt mehr für Schweinefleisch

Steigende Schweinepreise bedeuten auch, dass die Kosten für den Verbraucher steigen. Thomas Püttman ist Koch und Inhaber von „Zum Blauen See“ in Dorsten. Auch er hat die steigenden Preise für Schweinefleisch bemerkt: „Wir zahlen jetzt für unser regionales Duroc-Filet 1,30 Euro mehr pro Kilogramm als noch zu Jahresanfang.“ Allerdings betont er auch, dass sie im Restaurant „Zum Blauen See“ an höhere Schweinepreise gewöhnt seien. Das liegt daran, dass das regionale Fleisch vom Duroc-Schwein generell teurer ist.

Auch an der Fleisch-und Wursttheke spürbar

Doch nicht nur Fleisch besonderer Rassen ist teurer geworden. Laut Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) ist ein Preisanstieg bei Discountern von rund 50 Cent erkennbar. Das Kilogramm Schweinefilet kostete im Juli 8,98 Euro und seit August bereits 9,49 Euro. Auch das Schnitzel ist teurer geworden. Der Preis pro Kilogramm stieg von 5,98 Euro auf 6,58 Euro.

Einige Metzger in Dorsten planen, ihre Preise auch für konventionell erzeugtes Schweinefleisch anzuziehen. Genauer wollten sie sich dazu allerdings noch nicht äußern.

Prognose für 2020

Landwirt Bernhard Heiming (53) hält Sauen und verkauft seine Ferkel zur Mast weiter. „Letztes Jahr war der Preis ja richtig schlecht, aber zurzeit ist er gut“, sagt der Sauenhalter. Derzeit liegt der Schweinepreis pro Kilogramm Schlachtgewicht bei 2 Euro. Noch zu Anfang des Jahres lag er bei 1,36 Euro. Ein Ausblick der EGV AG lässt annehmen, dass auch im Jahr 2020 die Nachfrage aus asiatischen Ländern nach Schweinefleisch weiter zunimmt.

Dorstener Sauenhalter legt Geld zur Seite

Bernhard Heiming wird die derzeit guten Preise nutzen, um Sondertilgungen zu leisten und um Geld zurückzulegen, für schwerere Zeiten. Denn da ist er sich sicher, auch die werden wieder kommen. „Der Preis wird nicht ewig so gut bleiben, denn wenn man ehrlich ist, der Verbraucher weicht auch gerne auf günstigeres Hähnchenfleisch aus oder denkt sich, dass Rindfleisch jetzt auch nicht mehr viel teurer ist und nimmt das“, so der 53-Jährige.

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Für ihn steht fest, dass Bauern zur Zeit eh andere Sorgen haben als den Schweinepreis. Die derzeitige Agrarpolitik sei das derzeit größte Problem.

Zum Teil 100 Prozent Preissteigerung

Metzger Josef Bellendorf (49) sagt zu den steigenden Schweinepreisen: „Da liegen wir zum Teil bei 100 Prozent Preissteigerung bei verschiedenen Teilstücken vom Schwein und das über das ganze Jahr schon“.

In seinen Augen sei die Knappheit an Schweinen in China zwar der Hauptgrund, aber nicht der einzige, denn: „Jetzt gab es ja die ganzen Bauern-Proteste und man muss auch einfach sehen, dass manche Bauern ihre Ställe leer stehen lassen, weil sie mit der Agrarpolitik nicht einverstanden sind“, so Bellendorf. Das wirke sich zusätzlich auf den Schweinepreis aus, denn dadurch fehlten weitere Schweine.

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