Der angeklagte Ex-Apotheker (oben links) neben seinem Verteidiger Hans-Joachim Regul © Jörn Hartwich (A)
Landgericht Bochum

Apotheker-Prozess: Jetzt hat sich auch die Polizei eingeschaltet

Ein Ex-Apotheker aus Dorsten bezeichnete einen Zeugen vor Gericht als Macher im Hintergrund. Das hat hinter den Kulissen für Unruhe gesorgt.

Jetzt wird es ernst: Im Betrugsprozess gegen einen Ex-Apotheker aus Dorsten hat sich nun auch die Polizei eingeschaltet. Der 52-Jährige hatte am letzten Verhandlungstag berichtet, dass er sich bedroht und unter Druck gesetzt fühle. Daraufhin hatten sich Beamte des Präsidiums in Recklinghausen bei ihm gemeldet. Es sollen auch schon Maßnahmen zum Schutz des Dorsteners getroffen worden sein.

Zeuge will jetzt mehr erzählen

Außerdem ist am Mittwoch bekannt geworden, dass sich ein Mann aus Marl bei der Staatsanwaltschaft gemeldet hat. Er ist von den Richtern am Bochumer Landgericht zwar schon einmal als Zeuge vernommen worden, hatte zu seiner eigenen Rolle im Geflecht von Rezeptfälschungen und Abrechnungsbetrug allerdings nichts gesagt. Das will er nun offenbar nachholen.

Auslöser des Sinneswandels war ebenfalls der letzte Verhandlungstag. Da hatte ihn der Ex-Apotheker schwer belastet und als Hintermann bezeichnet. Ob der Zeuge noch einmal vor Gericht aussagen wird, ist unklar.

Vernehmung bei der Staatsanwaltschaft

Zunächst soll er durch zwei Staatsanwälte vernommen werden. Der Dorstener Angeklagte hat bereits gestanden, in seiner früheren Apotheke, die sich in einer anderen Stadt befand, Rezepte für Arzneien gefälscht und abgerechnet zu haben, die entweder gar nicht bestellt oder unter der Hand weiterverkauft worden sind.

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Gerichtsreporter

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