Geldautomat in Groß Reken gesprengt Anwohner filmt Bankräuber auf der Flucht

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Bankräuber in Reken auf der Flucht
Ein Anwohner hat die Bankräuber nach der Explosion gefilmt. © Screenshot Video
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Zum zweiten Mal binnen einer Woche ist in einer Nachbargemeinde von Dorsten ein Geldautomat gesprengt worden. In der Nacht zu Donnerstag (12. Januar) hatten Unbekannte in Heiden sogar zwei Automaten der Sparkasse Westmünsterland zerstört, diesmal hatten es Bankräuber auf einen Automaten desselben Geldinstituts in Groß Reken abgesehen.

Gegen 4.30 Uhr am frühen Mittwochmorgen (18. Januar) gab es in der Sparkassenfiliale an der Hauptstraße eine Explosion, anschließend machten sich drei dunkel gekleidete Männer dort zu schaffen. Ein verschreckter Anwohner hat die Täter gefilmt, das Video kursiert bereits im Internet.

Zu sehen ist u.a. ein schwarzes Fluchtfahrzeug mit Wuppertaler Kennzeichen, vermutlich ein Audi A 6, der schon in Heiden benutzt wurde. Außerdem zeigt das Video drei Männer, die nach der Explosion den völlig verrauchten Automatenraum der Sparkasse mit mehreren Taschen verlassen. Einige Anwohner haben offenbar Gläser geworfen. Dann fuhr das Auto davon.

Die Polizeidirektion Borken hat Spezialisten aus Düsseldorf zur Spurensicherung angefordert. Die Fahndung nach den Tätern läuft. Sie sind offenbar in Richtung A 31 und dann vermutlich in Richtung Dorsten verschwunden.

Die Polizei bittet um Hinweise unter Tel. (02861) 9000 bei der Kriminalinspektion I in Borken. Dies gilt insbesondere auch für Zeugen, die Foto- oder Videoaufnahmen im Zusammenhang mit dem Tatgeschehen angefertigt haben: Diese können hochgeladen werden beim Hinweisportal der Polizei unter https://nrw.hinweisportal.de/

Fünf Fälle 2021 im Kreis RE

Dass es sich bei den beiden Automaten-Sprengungen um dieselbe Tätergruppe handelt, mag die Polizei derzeit nicht bestätigen. Die vagen Beschreibungen von Zeugen, auch was das Fluchtfahrzeug betrifft, ähneln sich allerdings.

Mit Interesse verfolgt auch die Kreispolizeibehörde Recklinghausen die Ermittlungen der Kollegen in Borken. „Natürlich tauschen wir Erkenntnisse aus“, sagte Sprecher Andreas Lesch aus Anfrage.

Allerdings war es im Kreis Recklinghausen im vergangenen Jahr vergleichsweise ruhig. Vier Geldautomaten wurden laut Lesch gesprengt, zweimal in Herten, jeweils einmal in Marl und Castrop-Rauxel. Hinzu kommt eine versuchte Sprengung, ebenfalls in Herten.

Der letzte derartige Bankraub in Dorsten liegt schon über ein Jahr zurück. Kurz vor Weihnachten 2021 traf es die SB-Filiale der Vereinten Volksbank in Deuten. Auch damals war von dunkel gekleideten Tätern und einem schwarzen Fluchtfahrzeug die Rede. Heißen muss das nichts: Laut Landeskriminalamt umfasst die gesamte mutmaßliche Tätergruppe mehrere hundert Personen.