Mit Pfotenabdruck: Osterhase genehmigt 1000 Besuchsanträge von Kindern

dzOsteraktion

Weil ein Junge wissen wollte, ob das Eiersuchen wegen des Coronavirus stattfindet, hat die Stadt Dorsten im „Osterhasenbüro“ Besuchsanträge von Kindern bearbeitet. 1000 Einsendungen kamen.

Dorsten

, 08.04.2020, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 1000 Dorstener Kinder können sicher sein, dass in diesem Jahr trotz Corona-Krise der Osterhase an Ostern zu ihnen kommt und dort die Ostereier verteilen und verstecken darf. Das haben die lieben Kleinen jetzt schwarz auf weiß - und zwar per Pfotenabdruck.

Ausgestellt wurde die Genehmigung vom eigens dafür eingerichteten „Büro des Osterhasen“ im Dorstener Rathaus. Die Eltern mussten vorher ihre „volle Amtshilfe“ zusichern. Denn auch ein Osterhase kann ja nicht überall gleichzeitig sein.

Augenzwinkernde Erlaubnis

Weil ein kleiner Dorstener Junge namens Louis von Bürgermeister Tobias Stockhoff wissen wollte, ob ihn in diesem Jahr der Osterhase besuchen dürfe, hatte die Stadt eine augenzwinkernde „Erlaubniserteilung auf eine Verteil- und Versteckaktion von Hühner- und Schokoladenprodukten“ veröffentlicht - aber nur, wenn der Osterhase den Mindestabstand einhält und sich gründlich die Pfoten wäscht.

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Zudem stellte die Stadt im Internet sogar ein Formular bereit, in dem Kinder bis zum 7. April (Dienstag) einen „Antrag auf Besuch des Osterhasen“ stellen und diesen per Post an das „Osterhasen-Büro“ im Rathaus Dorsten schicken können.

„Die Resonanz war enorm“, erklärt Christoph Winkel (Pressestelle der Stadt). Selbst am Wochenende kam der Osterhase nicht vorm Schreibtisch weg, weil Dutzende Familien mit Autos am Rathaus vorfuhren und die Anträge in den Briefkasten warfen.

So sah der Schreibtisch des Osterhasen aus.

So sah der Schreibtisch des Osterhasen aus. © Privat

Die Kinder mussten in dem Antrag nicht nur versichern, dass sie die Kontaktregeln einhalten. Sondern zur Unterstützung des Antrags auch ein schönes Osterbild malen. Zehn Kinder werden ausgewählt, die ein Präsent von der Stadt erhalten. „Die Kinder waren wirklich kreativ“, so Christoph Winkel. Hunderte von bunten Regenbogen und laminierten Bildern von Ostermotiven, ein Kind hatte sogar einen Mund-Nasenschutz in der Form eines Osterhasen gebastelt.

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Sogar von der fünfjährigen Luise aus Berlin kam ein Antrag, die von einer befreundeten Familie aus Dorsten von der Aktion gehört hatte. Sie bat den Osterhasen im Dorstener Rathaus, nach Ostern auch bei ihr in Berlin vorbeizukommen. „Aber nur, wenn Du dann noch Zeit hast.“

Um den Osterhasen zu locken, steckte sie ein Foto mit Keksen in den Umschlag und schrieb dazu: „Die habe ich extra für Dich gebacken.“

Auch Anträge von Erwachsenen

Anträge stellten aber auch Erwachsene: Zwei Postmitarbeiterinnen, „weil unsere Arbeit derzeit nicht angenehm ist und wir viel um die Ohren haben“, eine „Mutter, Tante und gute Nachbarin“, die derzeit zwölf Kinder betreuen muss und zwei Jugendliche baten im Auftrag ihrer jüngeren Geschwister, dass der Osterhase doch bitte bei „unserer Oma und unserem Opa anklopfen soll, weil wir Kinder sie nicht besuchen dürfen“.

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