Anschlag mit Buttersäure auf Tattoo-Studio

Inhaber geben nicht auf

Die Durchhalteparole hängt unübersehbar an der Schaufensterscheibe. "Jetzt erst recht", steht in großen Lettern auf einem Werbebanner. "Wir lassen uns nicht unterkriegen", betonen Patricia Lippke und Christopher Vagedes, deren Tattoo-Studioin Holsterhausen in der Nacht zum Freitag Ziel eines Buttersäure-Anschlags gewesen ist.

Dorsten

, 27.07.2016, 05:53 Uhr / Lesedauer: 1 min

Auf mehrere 1000 Euro schätzen die Inhaber von "Wildfang-Tattoo" an der Ecke Ida-/Freiheitsstraße den Schaden. Der Täter hatte mit einem Gullydeckel die Schaufensterscheibe eingeworfen. Und dann zwei Literflaschen mit Buttersäure in den linken Geschäftsraum geworfen. "Glücklicherweise ist nur eine geplatzt, die andere konnten wir der Polizei unversehrt mitgeben", sagt Patricia Lippke.

Tagelang hat es übelst gerochen

Dennoch waren die Auswirkungen enorm. "Hier hat es tagelang übelst gerochen", so Christopher Vagedes. Ein Großteil der Tätowier-Nadeln und -Farben sei unbrauchbar geworden. Auch der Boden muss erneuert werden. Zwar halfen viele Freunde beim Saubermachen, "teilweise unter Kopfschmerzen, Atembeschwerden und Übelkeit". Dennoch mussten die beiden Studiobetreiber eigens eine professionelle Reinigungsfirma beauftragen, die wieder für klar Schiff sorgte.

Der unbekannte Täter kam morgens gegen drei Uhr. Das bestätigte die Polizeipressestelle in Recklinghausen auf Anfrage unserer Zeitung. Demnach hatte ein Bewohner ein lautes Geräusch gehört. Als der Zeuge aus dem Fenster schaute, sah er einen Mann die Freiheitsstraße hinauflaufen und dann in einem schwarzen Renault Twingo davon fahren.

Der Unbekannte war 22 bis 26 Jahre alt, 1,80 Meter groß, von kräftiger Statur. "Weitere Erkenntnisse hat unser Fachkommissariat derzeit nicht", erklärte ein Polizeisprecher.

Patricia Lippke und Christopher Vagedes sind entsetzt über die Tat. "Es ist nichts gestohlen worden, man wollte uns einfach nur bewusst und absichtlich schädigen." Erst vor zwei Monaten haben sie sich in Holsterhausen den Traum vom eigenen Tattoo-Studio erfüllt. "Das ist hier sehr erfolgreich angelaufen, unsere Auftragsbücher sind bis zum Frühjahr voll."

Ihre Kunden müssen sie nun auf spätere Termine vertrösten. "Die haben aber alle volles Verständnis", sagt Patricia Lippke. Sie hofft, dass das Wildfang-Studio bis Ende der Woche wieder in Schuss ist. "Immerhin riecht es hier jetzt nicht mehr."

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