Viele verunsicherte Patienten suchen nach einer Impfung mit Astrazeneca das Dorstener Krankenhaus auf - in der Regel haben sie grippeähnliche Symptome. © Claudia Engel (A)
Coronavirus

Angst vor Astrazeneca-Nebenwirkungen: Täglich verunsicherte Patienten in der Notaufnahme

Die Verunsicherung bei Astrazeneca ist groß. Nahezu täglich werden Patienten nach einer Impfung im Dorstener Krankenhaus vorstellig. Die meisten können jedoch schnell wieder nach Hause.

Das Bekanntwerden von seltenen Nebenwirkungen beim Impfstoff von Astrazeneca hat für viel Verunsicherung gesorgt. Zeitweise seien täglich zwei bis drei Patienten mit Beschwerden nach einer Impfung mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers in der Klinik vorstellig geworden, sagt Sandra Spielbrink, Internistin und Oberärztin in der Zentralen Aufnahme im Dorstener St. Elisabeth-Krankenhaus. Zuletzt sei die Tendenz jedoch wieder rückläufig.

Die Patienten klagen überwiegend über Nebenwirkungen, die grippalen Symptomen ähneln. Etwa Gliederschmerzen, erhöhte Temperatur, Erkältungssymptome sowie Kopfschmerzen. Nach kurzer Untersuchung und einem Gespräch konnte den Patienten geholfen werden.

Bislang kein Fall von Hirnvenenthrombose

In seltenen Fällen waren aber auch Patienten mit isolierten starken Kopfschmerzen dabei. „Diese Patienten wurden zur Sicherheit in eine neurologische Fachklinik weitergeleitet, wo sich der Verdacht einer Hirnvenenthrombose jedoch nicht bestätigte“, sagt Sandra Spielbrink. Die Verunsicherung der Patienten sei verständlich. „Hier hilft nur eine gute Aufklärung durch die impfenden Ärzte und Hausärzte.“

Sandra Spielbrink ist Internistin und Oberärztin in der Zentralen Notaufnahme im Dorstener Krankenhaus © Günter Schmidt © Günter Schmidt

Nach Bekanntwerden von seltenen Fällen von Hirnvenenthrombosen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca wurde die Impfung in Deutschland Mitte März vorsorglich vorübergehend ausgesetzt. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA empfahl wenige Tage später eine Fortsetzung.

Es traten jedoch weitere Fälle mit teils tödlichem Verlauf auf, davon betroffen waren fast ausschließlich Personen unter 60 Jahren. Anfang April empfahl die Ständige Impfkommission (STIKO), Astrazeneca nur noch an über 60-Jährige zu verabreichen. Jüngere können auf eigenen Wunsch und nach ausführlicher Aufklärung dennoch mit Astrazeneca geimpft werden.

Hauptsächlich jüngere Frauen betroffen

Bis zum 21. April sind dem Paul-Ehrlich-Institut 63 Fälle von Sinus- und Hirnvenenthrombosen nach einer Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff gemeldet worden. 49 Meldungen betrafen Frauen (sechs Frauen waren älter als 60) und 14 Meldungen betrafen Männer (in zwei Fällen älter als 60 Jahre). Zu diesem Zeitpunkt waren in Deutschland rund 4,8 Millionen Erstdosen plus etwa 10.200 Zweitdosen des Vakzins verimpft worden.

Bei Symptomen, wie starken anhaltenden Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwellungen an den Beinen, Bauchschmerzen sowie neurologischen Symptomen oder punktförmigen Hautblutungen, die wenige Tage nach der Impfung auftreten, empfiehlt das Robert Koch-Institut, sich ärztliche Hilfe zu suchen.

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Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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