Angst um Kinder an Dorstener Kreuzung - Handelt es sich um einen Unfallschwerpunkt?

dzGefährliche Kreuzung

Eine Anwohnerin spricht bei der Kreuzung Bismarckstraße/An der Wienbecke von einer Gefahr für Fußgänger und Radfahrer. Handelt es sich bei der Kreuzung um einen Unfallschwerpunkt?

Hervest

, 08.01.2020, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Daniela Bolle (41) wohnt in unmittelbarer Nähe der Kreuzung Bismarckstraße/An der Wienbecke, an der es am Freitag, 3. Januar, zu einem Unfall mit einer schwerverletzten Radfahrerin kam. Für sie steht fest, dass diese Kreuzung gefährlich ist. „Im November 2018 bin ich fast selbst überfahren worden.“ Seither achte sie immer genau darauf, ob ein Auto kommt, auch wenn die Fußgängerampel Grün zeigt.

„Die Autos sehen einen beim Linksabbiegen nicht, wenn sie aus der Bismarckstraße in Richtung An der Wienbecke fahren“, sagt die 41-Jährige. Wenn die Autofahrer dann merken, dass jemand über die Straße geht, bremsen sie plötzlich ab.

Schul- und Kindergartenweg

Für die zweifache Mutter steht fest, dass es für Kinder zu gefährlich ist, die Straße allein zu überqueren. Viele Kinder würden aus dem Marienviertel zur Bushaltestelle laufen, um dann weiter zur Gesamtschule Wulfen zu fahren. „Ich bin mir nicht sicher, ob Eltern da klar ist, wie gefährlich diese Ampel ist“, gibt Daniela Bolle zu bedenken.

Ampel-Begleit-Service per Anruf

Auch für ihre neun und sechs Jahre alten Kinder hält sie das für zu gefährlich. Selbst wenn ihre Freunde vorbei kommen wollen, müssen diese erst anrufen. Dann holt Daniela Bolle sie ab, damit sie die Kreuzung nicht allein passieren. Sie selbst sei schon mehrmals darauf angesprochen worden, dass sie mit den Kindern an dieser Ampel vorsichtig sein soll.

Das „Gefühl der Vorfahrt“

Als einen möglichen Grund für die Gefahr an der Kreuzung sieht Daniela Bolle das „Gefühl der Vorfahrt“. Das läge auch daran, dass man fast nie Gegenverkehr aus Richtung Grüner Weg habe. Unklar sei ihr, warum es für Rechtsabbieger ein Schild gibt, das „blinkend“ auf Fußgänger hinweist, und für Linksabbieger nicht.

“Mir wäre es wichtig, dass jemand, der sich auskennt, sich diese Kreuzung mal ansieht und überlegt wie der Fußgängerüberweg sicherer gestaltet werden könnte“, wünscht sich die Zweifachmutter.

Polizei sieht dort keinen Unfallschwerpunkt

Dass sich an der Kreuzung für Linksabbieger bald etwas ändert, ist eher unwahrscheinlich. Zumindest bis die Polizei den Bereich als Unfallschwerpunkt einstuft. Das sei aber laut Pressestelle der Polizei Recklinghausen vorerst nicht der Fall. Die Polizei arbeitet mit einer Ausgangstatistik, die auf dem aktuellen Stand vom Jahr 2019 ist. Danach habe es im vergangenen Jahr keine größeren Unfälle auf der Kreuzung gegeben. „Wir haben aber immer ein verstärktes Auge auf Radfahrunfälle“, sagt Michael Franz, Pressesprecher der Polizei Recklinghausen. Aber zu einem unfallauffälligen Bereich gehöre die Kreuzung erst, wenn es dort vier gleichwertige Unfälle innerhalb eines Jahres gäbe.

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