Die Bundesnetzagentur folgte im Prinzip dem Trassenkorridor von Amprion. Jetzt muss noch entschieden werden, wo genau die Kabel im Boden liegen. © picture alliance / dpa
Klimakrise

Amprion plant Stromautobahn für Windenergie quer durch Dorsten

Diese Nachricht dürfte für Zündstoff sorgen: Übergangsnetzbetreiber Amprion plant eine Stromautobahn. Beide Trassenkorridore führen durch nahezu alle Dorstener Stadtteile.

Lembeck wäre betroffen, Wulfen und Barkenberg wären es auch, außerdem Hervest, und Altendorf. Aber auch Endeln, Sölten, Holsterhausen, Hardt und Östrich sowie Kirchhellen-Ekel: Für diese Bereiche von Dorsten stellt der Dortmunder Übergangsnetzbetreiber Amprion die möglichen beiden Trassenführungen für „Deutschlands leistungsstärkste Stromautobahn“ demnächst vor. Sie sollen Windstrom aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein nach Nordrhein-Westfalen bringen.

Der Verlauf der Korridore (in Lila) durch Dorsten in Richtung Marl-Polsum, dem Zielpunkt. © Amprion © Amprion

Das kündigte Amprion am Dienstag in einer Pressemitteilung an. Wo genau die Dorstener Korridore liegen könnten, hat Amprion jetzt im Groben vorgestellt. Einzelheiten zu ihren Vorschlägen für die Trassenführung will die Firma den Dorstenern noch erläutern.

Verbindungen sind wegen hohen Einspeisungen überlastet

„Bereits heute sind die Höchstspannungsverbindungen zwischen Niedersachsen und NRW überlastet, weil im Norden immer mehr Windenergie eingespeist wird“, begründet die Firma Amprion ihr Vorhaben. Die geplanten Stromtrassen sollen das Stromnetz entlasten und einen wichtigen Teil der Stromversorgung übernehmen nach dem Kohleausstieg bis 2030.

Korridor B, von dem Dorsten und ein Teil von Kirchhellen betroffen sein könnte, soll vorrangig als Erdkabel in 1,30 Meter bis 1,80 Meter Tiefe verlegt werden. Die Leitungskapazität von insgesamt vier Gigawatt entspricht der elektrischen Leistung von fünf großen Kohlekraftwerken, sagt Amprion. Der an der Nordseeküste gewonnene Strom werde von Heide nach Polsum (440 Kilometer) sowie von Wilhelmshaven nach Hamm (270 Kilometer) über die dazwischen liegenden Gemeinden transportiert. Dafür hat Amprion Untersuchungsräume festgelegt, die das gesamte Gebiet Dorstens, den östlichen Teil von Schermbeck, Raesfeld-Erle und Kirchhellen umfassen.

Die Eingriffe sollen so gering wie möglich gehalten werden

„Unser Ziel bei der Trassenführung ist es, die Eingriffe so gering wie möglich zu halten“, sagt Arndt Feldmann, der Gesamtprojektleiter bei Amprion. „Aus diesem Grund planen wir, beide Erdkabelverbindungen parallel zu verlegen.“ Mit dieser Streckenführung wolle Amprion den Flächenverbrauch und den Aufwand im Genehmigungsverfahren reduzieren.

Amprion will in den kommenden Wochen Bürger und Verwaltungen zu Informations- und Dialogterminen einladen. Der weitere Zeitplan: 2022 wird die Bundesnetzagentur als Genehmigungsbehörde das Verfahren zur Bundesfachplanung eröffnen. Unter Beteiligung der Öffentlichkeit wählt die Behörde dann eine Korridorvariante je Leitungsvorhaben aus. Im Planfeststellungsverfahren wird dann der konkrete Verlauf der Erdkabeltrasse unter Beteiligung der Öffentlichkeit bestimmt.

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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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