Hier - östlich der Hürfeldhalde im Grenzbereich von Dorsten und Marl - befinden sich einige Altlasten früherer Deponien in den Böden. © Geonetzwerk Metropole Ruhr
Verdachtsflächen

„Altlasten und wilde Deponien“: Bürgerinitiative in großer Sorge

Im Grenzgebiet Dorsten/Marl wurde früher immer wieder Hausmüll großflächig vergraben. Eine Bürgerinitiative fordert, diese wilden Deponien zu entsorgen. Was sagt die zuständige Behörde dazu?

Hausmüll im Erdreich, Fabrikabfälle im Boden – alles im Grenzbereich Dorsten/Marl: Als Klaus Wagner, Vereinsvorstand der Dorstener Bürgerinitiative zum Schutz vor Bergbau- und Umweltschäden (Bisbu) bei der Prüfung von Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren „Rennbach“ auf diese Altlasten stieß, war er böse überrascht.

„Diese Sachverhalte machen uns nicht nur große Sorgen, sondern auch fassungslos, wie sorglos man offensichtlich im Kreis mit Altlasten umgeht“, schreibt der Altendorfer in einem Brief an Stadt- und Kreisverwaltung.

„Unverzüglich entsorgen“

Er beantragt, dass diese „Altlasten und wilden Deponien nunmehr unverzüglich ordnungsgemäß entsorgt werden“. Und dass darüber hinaus die Untersuchungen zu möglichen Boden- und Grundwasserbelastungen veranlasst und öffentlich zugänglich gemacht werden.

Auf Dorstener Gebiet geht es um eine Fläche an der Ecke Altendorfer Straße/Buerer Straße – ein ehemaliges zur Stadt Marl gehörendes Sumpfgelände, das 1950 von der Stadt Marl zwei Meter hoch mit Hausmüll aufgefüllt worden war. Auf der anderen Straßenseite sowie auf zwei weiteren jetzigen Grün- und Landwirtschaftsflächen an der Buerer Straße in Richtung B 225 wurde vor 55, 60 Jahren ebenfalls Hausmüll im Erdreich vergraben.

Die grünen Flächen im Grenzgebiet Dorsten/Marl weisen Altlasten auf. © Privat © Privat

Hinzu kommt der Ex-Verkehrsübungsplatz an der Buerer Straße, wo Abfälle der Firma Seppelfricke (Keramikwerk) aufgefüllt wurden.

Laut Bodenschutzrecht zuständig ist der Kreis Recklinghausen. In den 1950er-Jahren sei häufig so mit der Entsorgung von Hausmüll umgegangen worden, teilt Kreis-Pressesprecherin Lena Heimers mit.

Prioritätenliste erstellt

Rund 1.900 Altlastenflächen gibt es insgesamt im Kreisgebiet, sagt sie. Bei der Bewertung dieser Flächen sei eine Prioritätenliste erstellt worden. Die genannten Flächen im Bereich Dorsten/Marl seien dort nicht hoch eingestuft worden.

Aufgrund von Karten- und Aktenrecherchen „haben wir guten Grund zu der Annahme, dass weder erhöhte Schadstoffbelastung noch Kontakte der vergrabenen Abfälle mit Grundwasser“, das mindestens zwei Meter tiefer liege, zu erwarten seien.

Ein Teil der Flächen im Marler/Dorstener Grenzgebiet ist übrigens für das von den Städten Marl und Dorsten geplante Gewerbegebiet „Südlich Schwatten Jans“ vorgesehen. „Sollte es zu einer Umnutzung kommen, dann gehen wir da sicher noch mal dran“, so Lena Heimers. „Aber wir als Kreis sind noch nicht an dem Verfahren beteiligt.“

Noch unter Bergaufsicht

Da gilt auch für den Ostrand der Hürfeld-Halde, der auch zum genannten abgefragten Altlasten-Untersuchungsbereich für das Rennbach-Verfahren gehört und ebenfalls betroffen ist. Die Fläche steht noch unter Bergaufsicht, vom Kreis gibt es noch keine Stellungnahmen zu Gefährdungen, heißt es.

  • Der 4,5 km lange Rennbach verläuft durch Marl und Dorsten und mündet in den Rapphofs Mühlenbach. Durch bergbaubedingte Senkungen und ein Gegengefälle kann der Bach auf dem letzten Kilometer nicht mehr in einem natürlichen Gefälle fließen.
  • Da die Bergsenkungen abgeklungen sind, kann der natürliche Abfluss des Bachs nun wiederhergestellt werden. Dadurch es möglich, das östlich der A 52 stehende Gewässer-Pumpwerk außer Betrieb zu nehmen.
  • Zum Planfeststellungsverfahren beim Kreis Recklinghausen findet vom 15.2. bis zum 18.3. eine Offenlage für die Bürger statt: Vermessungsamt Dorsten, Halterner Straße 28. Einsicht nur nach vorheriger Terminvereinbarung unter der Tel. (02362) 66-0 möglich.
Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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