Die Hallen werden abgerissen und dann soll auf das frühere Gelände des Getränke-Abfüllbetriebes Krietemeyer der Edeka-Markt umziehen. Zudem sind Mehrfamilienhäuser geplant. © Guido Bludau
Lebensmittelmarkt

Alte Hallen kommen weg: Dorsten hat bald einen neuen Supermarkt

Lange lag eine Gewerbefläche in Dorsten brach. Doch bald soll ein Edeka-Lebensmittelmarkt dorthin umziehen. Zusätzlich sind dort neue Mehrfamilienhäuser geplant.

Das Gelände des früheren Getränkeabfüllbetriebes „Krietemeyer“ an der Ecke Kirchhellener Allee/An der Seikenkapelle liegt seit Jahren zu großen Teilen brach, die Hallen sind leer. Schon bald soll sich dort aber etwas tun.

Zwar bleiben die Gebäude, in denen vor einem Jahr der Olymp-Sportpark eingezogen war und die, in denen das Reha-Zentrum untergebracht ist, unangetastet. Das restliche 1,8 Hektar große Areal wird aber neu bebaut, die nicht mehr genutzten Lagerhallen und der jetzige Getränkemarkt werden dafür abgerissen.

Der Dorstener Umwelt- und Planungsausschuss leitete auf seiner jüngsten Sitzung das Satzungsverfahren für den Bebauungsplan ein und stimmte dem Vorentwurf zu. Die Pläne, die die Politik damit auf den Weg brachte und die in wenigen Jahren umgesetzt werden sollen, sehen im westlichen Bereich (An der Seikenkapelle/Nonnenkamp) eine Wohnbebauung vor.

Auf den östlich gelegenen Teil der Fläche (An der Seikenkapelle/Kirchhellener Allee) soll der EDEKA-Markt umziehen, der derzeit noch seinen Standort An der Seikenkapelle/Auerhahnstraße hat.

So sieht die erste Planzeichnung für das Bauprojekt aus.
So sieht die erste Planzeichnung für das Bauprojekt aus. © Stadt Dorsten © Stadt Dorsten

Trägerin des Vorhabens ist die Dorstener Projektentwicklungsgesellschaft „ipe“, die in der Lippestadt schon mehrere Einzelhandels-, Gewerbe- und Immobilienflächen besitzt und betreibt. Ihre Pläne für das ehemalige Krietemeyer-Gelände sehen für die Wohnbebauung sieben zwei-geschossige Mehrfamillienhäuser vor, in denen 45 bis 50 Wohneinheiten als Mietobjekte vorgesehen sind.

Konkrete architektonische Planungen wurden dabei noch nicht vorgelegt. Für die Fahrzeuge der Anwohner sollen Tiefgaragen errichtet werden, oberirdisch sind 32 Besucher-Stellplätze vorgesehen. Die Zu- und Ausfahrt zum und vom neuen Wohngebiet soll an zwei Stellen über den Nonnenkamp erfolgen.

Wenn die Pläne in wenigen Jahren umgesetzt werden, dann werden auch die Verkaufs- und Lagergebäude des Getränkemarktes abgerissen. Hier wird der Parkplatz für den neuen Lebensmittelmarkt entstehen.
Wenn die Pläne in wenigen Jahren umgesetzt werden, dann werden auch die Verkaufs- und Lagergebäude des Getränkemarktes abgerissen. Hier wird der Parkplatz für den neuen Lebensmittelmarkt entstehen. © Michael Klein © Michael Klein

Der Lebensmittelmarkt soll eine Verkaufsfläche von 1700 Quadratmeter haben – und damit um einiges mehr als am jetzigen Standort. Ein Cafe (mit Außenterrasse) und ein Getränkehandel werden in dem neuen Gebäude integriert, zudem ist ein zweigeschossiger Trakt für Neben- und Sozialräume geplant.

110 Parkplätze

110 Parkplätze soll es für den Lebensmittelmarkt geben, dazu eine Fahrradabstellanlage. Zu- und Abfahrt sind zunächst einmal über die Straße „An der Seikenkapelle“ vorgesehen, im weiteren Verlauf das Planungsverfahrens soll aber auch eine Anbindung an die Kirchhellener Allee geplant werden.

Der Edeka-Supermarkt wird auf die andere Seite der Straße
Der Edeka-Supermarkt wird auf die andere Seite der Straße „An der Seikenkapelle“ ziehen. © Guido Bludau © Guido Bludau

Das Nahversorgungszentrum am neuen Standort, der nah am jetzigen Edeka-Markt liegt, dient laut „Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes“, dessen Entwurf die Politik aber noch nicht beschlossen hat, als „wohnungsnaher Versorgungsstandort“, dessen Entwicklung mit den vorliegenden Plänen aber ausgereizt ist.

Die Gebäude an der Kirchhellener Allee mit den Hausnummern 100 (Olymp-Sportpark) und 102 (Reha-Zentrum und Wohnhaus) sind von den Umgestaltungsplänen ausgenommen.
Die Gebäude an der Kirchhellener Allee mit den Hausnummern 100 (Olymp-Sportpark) und 102 (Reha-Zentrum und Wohnhaus) sind von den Umgestaltungsplänen ausgenommen. © Michael Klein © Michael Klein

Deshalb sind weitere Nahversorgungs-Nutzungen in dem Bereich künftig ausgeschlossen. Das gilt nicht nur für die Bestandsgebäude auf dem ehemaligen Krietemeyer-Gelände, die stehen bleiben – wie etwa das frühere Verwaltungsgebäude. Sondern auch für das Gebäude des jetzigen Edeka-Marktes Weierstahl.

Konkrete Nachfolgepläne für die Immobilie mit ihren Wohnungen im Obergeschoss, die ebenfalls Teil des Bebauungsplans ist, gibt es nicht. Hier soll ein „Mischgebiet“ entstehen.

Die Firma „ipe“ wird nun einen Durchführungsvertrag mit der Stadt abschließen. Vonseiten der Ausschussmitglieder kamen Anregungen, die die Stadt aufgreifen will: zur Grüngestaltung, Versiegelung und Parkplätzen. Anschließend steht die Beteiligung der Öffentlichkeit an.

Keine „große Lösung“

Die jetzige Größe des Supermarktes ist ein Kompromiss: Ursprünglich war für den geplanten neuen Standort an der Kirchhellener Allee/An der Seikenkapelle sogar mal eine „große Lösung“ samt separatem Getränkemarkt und Discounter im Gespräch.

Aldi hatte Interesse bekundet, sich dort anzusiedeln. Doch dies lehnten wichtige Akteure wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Altstadtkaufleute (DIA) ab.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
Zur Autorenseite
Michael Klein

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.