Für die Mercaden in Dorsten gilt: Alles auf Anfang!

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Viele Geschäfte sind wieder geöffnet, allmählich kehren die Kunden zurück in die Mercaden. Doch die Coronakrise hat das Einkaufscenter in Dorsten hart getroffen - wohl auch perspektivisch.

Dorsten

, 04.05.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Modernisierungen, steigende Frequenzzahlen, vielversprechende Verhandlungen mit neuen Mietern - das war vor der Coronakrise. Die Mercaden in Dorsten haben in den vergangenen Wochen eine Reihe von Rückschlägen erlitten, doch der Chef des Centermanagements sieht inzwischen ein wenig Licht am Ende des Tunnels.

„Wir geben nicht auf“, sagt Helmut Koprian, räumt aber auch ein: „Es gibt noch keine Kaufstimmung.“ Weder in Dorsten noch im Rest der Republik. Doch immerhin entwickeln sich die Frequenzahlen in den Mercaden wieder etwas positiver, sind aber noch weit entfernt von „gut“.

Frequenzzahlen im Keller

Zur Erinnerung: Im Januar und Februar verzeichnete das Einkaufscenter ein deutliches Besucherplus gegenüber dem Vorjahr, der März war zunächst zumindest nicht schlechter als der Vergleichsmonat 2019. „Aber dann begann am 18. März die Coronakrise, die Besucherzahlen gingen bis Monatsende um ein Viertel zurück“, berichtet Koprian.

Besonders hart waren die ersten drei Aprilwochen. Kaufland und Müller, die als eine der wenigen Geschäfte geöffnet bleiben durften, verzeichneten zwar ein Umsatzplus, doch die Besucherzahlen insgesamt sanken um bis zu 45 Prozent. „Mittlerweile geht es wieder etwas bergauf, aber das Minus ist immer noch gewaltig“, gibt der Geschäftsführer der Koprian IQ zu.

Die Möblierung musste vor Wochen entfernt werden, Aktionen und Unterhaltungsprogramme waren ebenfalls verboten. Auch das hat dazu beigetragen, dass weniger Menschen in die Mercaden kamen.

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Seit Montag (27. April) ist auch das Modegeschäft S1 wieder geöffnet, aber auf reduzierter Verkaufsfläche. TK Maxx muss noch warten, CCC Shoes und Depot sind ebenfalls noch geschlossen. Die Bäckerei Imping darf nur außer Haus verkaufen. „Wir hoffen, dass im Mai alle Läden wieder uneingeschränkt öffnen können“, sagt Koprian, „gemeinsam mit einer starken Dorstener Innenstadt, die auch wieder voll geöffnet ist!“

Vermietungsgespräche wieder im Mai

Der Mai könnte auch aus anderem Grund ein wichtiger Monat für die Mercaden werden. Dann sollen die Gespräche mit möglichen neuen Mietern wieder aufgenommen werden. „Vor der Coronazeit waren mehrere finale Vertragsgespräche terminiert, die sind dann von den möglichen neuen Mietern gestoppt worden, weil sie natürlich andere Sorgen hatten“, betont Koprian.

Das ist beileibe kein „Mercaden-Phänomen“. Der Branchen-Informationsdienst „Thomas Daily“ berichtet, dass bundesweit „laufende Anmietungsprozesse ab März abrupt zum Erliegen“ kamen. „Für uns“, sagt Koprian, „bedeutet das: Alles auf Anfang.“ Mit ungewissem Ausgang.

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