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Aldi-Konzern macht seine Filiale in der Alleestraße in Dorsten Ende Juni dicht

dzAldi-Schließung

Das ist für viele Bürger in der Altstadt unerfreulich: Aldi hat den Mietvertrag für die Filiale in der Alleestraße zum Sommer gekündigt. Doch es gibt Spekulationen über einen neuen Standort.

Dorsten

, 23.01.2019 / Lesedauer: 4 min

Angeboten wird ein Ladenlokal (538 Quadratmeter) in der Nähe der Fußgängerzone - mit Lager, Sozialräumen, Büro, Umkleide und Toiletten. Viele Dorstener Bürger aus der Altstadt und der angrenzenden Umgebung werden nicht glücklich darüber sein, um welches Vermietungsobjekt es sich da im Internet-Portal „Immobilienscout24“ handelt: nämlich um das Gebäude an der Alleestraße, in dem sich derzeit noch die Aldi-Filiale befindet. Sie macht im Sommer definitiv dicht.

„Keine Entwicklung möglich“

Manuel Sentker (Aldi-Unternehmenskommunikation in Essen) bestätigte auf Anfrage, dass diese Filiale Ende Juni dieses Jahres schließt. „Im Rahmen der Modernisierung unseres gesamten Filialnetzes prüfen wir jeden Standort individuell“, teilte er mit. „Der im Jahr 1978 eröffnete Markt bietet für uns keine Entwicklungsmöglichkeiten im Sinne unseres modernen Filialstandards.“ Nach seinen Angaben werden alle Filialmitarbeiter in umliegenden Märkten weiterbeschäftigt.

Filiale wurde 1978 eröffnet

Das Flachdachgebäude neben der alten Samenhandlung Beisenbusch war 1977/1978 errichtet worden. Im Frühjahr 1978 zog Aldi von seinem vormaligen Standort an der Seitenstraße „Im Kühl“ in der Fußgängerzone (wo sich anschließend eine Spielhalle ansiedelte) in das Ladenlokal ein.

Haus- und Grundstückseigentümer Johannes Beisenbusch bedankt sich gegenüber unserer Zeitung bei Aldi „für über 40 Jahre an diesem Standort“. Er bedauert es aber, dass der Konzern „mit Datum vom 13. Dezember 2018 zum 30. Juni 2019 fristgerecht gekündigt hat“. Johannes Beisenbusch: „Ich hätte mir insbesondere Bürger der Dorstener Altstadt gewünscht, dass Aldi bis zu einer möglichen Neueröffnung in unmittelbarer Nähe des jetzigen Standortes das Ladenlokal weiter anmietet.“

„Nach Möglichkeit vermieten“

Johannes Beisenbusch weiß noch nicht genau, was ab Sommer mit dem Grundstück passieren wird. Er hält sich alle Optionen offen. „Ich werde das Ladenlokal nach Möglichkeit weiter vermieten oder es alternativ selbst nutzen oder den Grundstückskomplex neu bebauen oder veräußern“, erklärt er.

Noch im Mai 2017 hatte Aldi-Manager Sven Rohkemper anlässlich eines Diskussionsabends im Alten Rathaus zum inzwischen vorgelegten Einzelhandelskonzept für die Stadt Dorsten angekündigt, dass das Unternehmen den Standort an der Alleestraße modernisieren wolle. In der gleichen Veranstaltung äußerte er den Wunsch des Unternehmens, sich mit einer Filiale im auf dem früheren Krietemeyer-Gelände geplanten Nahversorgungszentrum an der Seikenkapelle/Kirchhellener Allee ansiedeln zu wollen.

Keine große Lösung möglich

Doch den Plänen einer dortigen „großen Lösung“ inklusive Edeka-Umzug und Discounter wurde ein Riegel vorgeschoben: Wichtige Akteure wie Industrie- und Handelskammer (IHK) und Dorstener Kaufmannschaft (DIA) hatten im Zuge der Fortschreibung für das Einzelhandelskonzept gegen das Vorhaben protestiert, weil sie eine Schwächung der Innenstadt befürchteten.

Die spannende Frage lautet nun: Plant Aldi nach Aufgabe des jetzigen Standorts Alleestraße und angesichts des unerfüllten Ansiedlungswunsches an der Seikenkapelle nun eine neue Filiale im Bereich der Dorstener Innenstadt? Auf unsere Anfrage hin heißt es zwar vonseiten der Unternehmens-Pressestelle: „Derzeit gibt es keine konkreten Planungen für einen Alternativstandort.“

Spekulationen über Agathaschule

„Keine konkreten Planungen für einen Alternativstandort“ heißt aber nicht unbedingt, dass es keinerlei Planungen gibt. Also gibt es Spekulationen u.a. in sozialen Medien, was eine mögliche Option für einen Aldi-Markt angeht: Bekanntlich wird am Voßkamp im Sommer die Agathaschule geschlossen, zieht zum Schulzentrum am Nonnenkamp, das Gebäude wird abgerissen. Politik und Verwaltung müssen sich zwangsläufig mit einer Nachfolgenutzung beschäftigen - und tun dies sicherlich bereits.

Nord-Süd-Achse stärken

In der im Dezember 2018 vom Rat der Stadt beschlossenen Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts, das die Empfehlungen für die zukünftige Entwicklung Dorstens gibt, ist dieses Areal jedenfalls ein Thema. Das von der Stadt beauftragte Büro Dr. Jansen aus Köln, das im Dezember 2018 das Konzept vorgelegt hatte, könnte sich durchaus vorstellen, die planerischen Grenzen des bisherigen „Hauptzentrums“ Innenstadt unter Umständen ein bisschen zu erweitern. „Eine Entwicklung von großflächigem Einzelhandel könnte unter anderem in einer derzeitigen Randlage zum Hauptzentrum ermöglich werden, auf dem Grundstück der Agathaschule“, heißt es in dem Konzept. Denn: Bei einer geeigneten „stark ausstrahlenden Einzelhandelsnutzung“ könnte nach Ansicht der Konzeptverfasser so die Nord-Süd-Achse der Dorstener Innenstadt über die Essener Straße hinaus gestärkt werden.

Standort Klosterstraße umgebaut

Übrigens gibt es nicht nur an der Alleestraße in Sachen „Aldi“ Neuigkeiten. Denn die Filiale an der Klosterstraße auf der Hardt ist Anfang des Jahres im Zuge des derzeit laufenden milliardenschweren Modernisierungsprogramms „ANIKo“ (Aldi Nord Instore Konzept) umgebaut und nach einwöchiger Umbauphase am 11. Januar wiedereröffnet worden.

Aldi-Konzern macht seine Filiale in der Alleestraße in Dorsten Ende Juni dicht

Die Aldi-Filiale an der Klosterstraße wurde Anfang des Jahres umgebaut und präsentiert sich in modernerer Atmosphäre. © Michael Klein

„Der Fokus unserer neuen Märkte liegt vor allem auf einer hellen und freundlichen Einkaufsatmosphäre mit mehr Platz und breiteren Gängen sowie einem vergrößerten Angebot an frischem Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Backwaren“, erklärt Unternehmenssprecher Manuel Sentker: „Die neuen Filialen werden zudem mit einem modernen Licht-, Farb- und Energiekonzept ausgestattet.“

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