Hier am Ostwall und in Richtung Kirchhellener Allee hat sich der Angeklagte nach Ansicht des Gerichts mit einem Freund ein illegales Autorennen geliefert. © Michael Klein
Gerichtsprozess

Abiturient aus Dorsten als schlimmer Verkehrsrowdy verurteilt

Immer wieder fiel ein Abiturient aus Dorsten der Polizei und den Ordnungskräften im Straßenverkehr auf. Einem fürwahr schlimmen Verkehrsrowdy wurde jetzt der Prozess gemacht.

Wegen zu hoher Geschwindigkeit hat der junge Mann bereits eine Menge Verfahren hinter sich. Und nun auch noch diese Vorwürfe bis hin zu illegalem Autorennen im Straßenverkehr und Ausrastern gegenüber anderen Autofahrern.

Saß da am Montag der aktuell schlimmste Verkehrsrowdy Dorstens auf der Anklagebank des Jugendschöffengerichts? Oder waren die Anschuldigungen übertrieben, wie der 19-jährige Abiturient die Sache abzuwiegeln versuchte?

Für den Staatsanwalt war es klar: „Ich habe selten eine Verhandlung erlebt, wo alle Zeugenaussagen so nachvollziehbar gewesen sind“, konterte er die Einlassungen des Angeklagten. Und auch das Schöffengericht schenkte den Zeugen Glauben.

„Bei Rotlicht in die Baustelle“

Dem 81-jährigen Taxifahrer zum Beispiel, den der Angeklagte im September 2019 im Industriegebiet Dorsten-Ost mit hoher Geschwindigkeit so heftig geschnitten haben soll, dass er nur durch heftiges Abbremsen einen Unfall verhindern konnte. „Anschließend ist er bei Rotlicht in die einspurige Baustelle der Kanalbrücke gefahren“, so der 81-Jährige.

Der Taxifahrer versuchte, ein Foto von dem Verkehrssünder zu machen. Als er an einem Parkplatz hielt, rissen der Angeklagte und sein Beifahrer die Tür des Taxis auf und wollten das Smartphone haben. Die Taxi-Alarmanlage verschreckte sie jedoch.

Ein anderes Opfer sagte aus, der Angeklagte habe im Februar hinter ihm auf der Halterner Straße stark gedrängelt. „Als ich deswegen den Kopf geschüttelt habe, hat er mich überholt und seinen Wagen auf der Fahrbahn quer gestellt.“ „Voller Panik“ flüchtet der Zeuge zum Hof seiner Familie am Brauckweg, der Angeklagte in seinem Mercedes mit vier Insassen hinterher.

Auf der Hof-Vorfahrt beleidigte der Abiturient ihn „und sprang mir in den Rücken“ – was die Familienmitglieder im Gerichtsaal bestätigten.

„Mit quietschenden Reifen“

Im April 2020 befuhr der Angeklagte den Ostwall. In einem weiteren Auto befand sich ein Freund. „Mit quietschen Reifen“ seien die beide Autos an ihm vorbeigeschossen, erzählte ein Verkehrsteilnehmer. Auch ein zufällig dort entlang fahrender Polizeibeamter hatte den Eindruck, dass sich die Fahrer „ein Rennen liefern“ würden.

Zwei Jahre auf Bewährung

Im Januar 2020 verletzte der 19-Jährige bei einem Auffahrunfall an der Wienbecke eine Autofahrerin, war im gleichen Monat mit seinem Mercedes ohne Versicherung mit doppelt so hoher Geschwindigkeit wie erlaubt auf der Halterner Straße unterwegs, wurde im März 2020 auf der Glück-Auf-Straße mit seinem Wagen erwischt, obwohl er ein Fahrverbot hatte, fuhr zwei Monate vorher mit falschen Kennzeichen durch die Gegend. Hinzu kam ein Ebay-Betrug mit Auto-Diffusoren.

Urteil: zwei Jahre auf Bewährung, ein Jahr Führerscheinentzug.

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Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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