Als Übergangslösung können die Kanalschiffer an der Anlegestelle Dorsten ihren Strom über den Verteilerkasten (rechts) Höhe der Mercaden beziehen. © Michael Klein
Wesel-Datteln-Kanal

Abgas-Ärger am Kanalschiff-Anleger: Übergangslösung gefunden

Weil die neuen Stromtankstellen am Kanalanleger in Dorsten nicht funktionieren, lassen die Kapitäne rund um die Uhr die Diesel-Motoren laufen. Nach Beschwerden gibt es nun einen Kompromiss.

Fortwährende Abgas-Gerüche, dazu das andauernde Brummen von Schiffsgeneratoren: Weil die neuen Stromtankstellen am Kanal-Schiffsanleger in der Innenstadt seit Monaten nicht funktionieren, lassen die Kapitäne beim Halt in Dorsten rund um die Uhr die Diesel-Motoren laufen. Nachdem sich Spaziergänger und Anwohner öffentlich über die Situation beschwert hatten, hat das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg-Meiderich nun fürs Erste eine Kompromisslösung gefunden.

Unterhalb der Mercaden

„Der Schifffahrt steht jetzt wieder eine Anschlussmöglichkeit zur Verfügung, dadurch lassen die größten Belästigungen kurzfristig reduzieren“, erklärt Alexander Weissbecker, der zuständige Sachbereichsleiter der Behörde. Die schwarz-gelben Bodenschwelle, die vor Kurzem von Mitarbeitern der Dorstener „Filiale“ des Wasserstraßen- und Schifffahrsamtes an der Kanaluferpromenade unterhalb des Mercaden-Einkaufszentrums verlegt wurde, zeigt den Standort der Übergangslösung an.

Denn hier befindet sich ein Verteilerkasten, der laut Alexander Weissbecker bislang lediglich von der Dorstener Außenstelle der Behörde selbst in Gebrauch genommen worden war. Dessen Nutzungsmöglichkeiten wurden nun erweitert. Aus Schutz vor Vandalismus und unberechtigtem Zugriff ist der Stromkasten mit einem Zahlenschloss gesichert. Nur wer über das Tastenfeld die Zahlenkombination des Codes eingibt, kann seine Tür öffnen.

Die neuen Stromtankstellen sind seit Monaten außer Betrieb.
Die neuen Stromtankstellen sind seit Monaten außer Betrieb. © Michael Klein © Michael Klein

Ab sofort hat auch die Schifffahrt die Möglichkeit, über diesen Verteilerkasten Strom zur Verfügung gestellt bekommen, damit die Besatzungen während der Anlegezeit in Dorsten ihre technischen Geräte und Heizungen auf den Schiffen in Betrieb nehmen können. „Den Zahlencode können die Schiffer vorher an den Schleusen anfragen“, erklärt Weissbecker.

Bis zu drei Schiffe zeitgleich

Bis zu drei Kanalschiffe können zeitgleich die Anschlüsse dieses Stromkastens nutzen. „Die Kabel in der nötigen Länge sollten auf den Schiffen vorhanden sein.“ In „Extremspitzenzeiten“, wenn also fünf, sechs Schiffe in Dorsten bis hin zur Hanse-Marina vor Anker liegen, würde das Angebot zwar nicht ausreichen. „Doch solche Zeiten sind selten“, weiß der Sachgebietsleiter.

Wann die neuen Stromtankstellen mit dem App-basiertem Bezahlsystem, die seit Monaten entlang der Anlegestelle in Dorsten stehen, endlich in Betrieb gehen können, ist noch ungewiss. Bei der Umrüstung von der alten auf die neue Technik waren Probleme aufgetreten, sodass der TÜV die Anlagen noch nicht abgenommen hat.

Keine Prognose

Die ausführende Firma sei wegen der Coronakrise derzeit personell sehr eingeschränkt, so Weissbecker. Deswegen könnte er keine zeitliche Prognose wagen, wann die Stromtankstellen endlich ihre „Außer Betrieb“-Schilder verlieren.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
Zur Autorenseite
Michael Klein

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.