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Aak-Bauer raspeln und bohren

Flüchtlinge werkeln

Eine Gruppe Jugendlicher hat sich in den Osterferien einem Projekt der ganz besonderen Art gewidmet. Ziel war der Nachbau der Dorstener Aak in Miniaturform.

Dorsten

, 19.04.2017 / Lesedauer: 3 min

Konzentriert verfolgt Anduel den wachsenden Leimtropfen, der sich in wenigen Sekunden von der Tubenspitze abseilen wird. Hoffentlich landet der Tropfen auch passgenau im Bohrloch, das der 13-Jährige zuvor für die Dübelstange in den Holzrumpf seiner Mini-Aak gebohrt hat.

Elf Jugendliche – überwiegend Flüchtlinge – sind in dieser zweiten Osterferienwoche eifrig damit beschäftigt, aus einem Holzquadrat eine Dorstener Aak in Miniaturform zu basteln. Normalerweise treffen sich die jungen Leute regelmäßig beim Kreativkurs des Dorstener Integrationsforums (DIF) im Atelier von Udo Sewz. „Aber diesmal wollten wir einmal an einem anderen Ort kreativ tätig werden“, freuen sich Udo Sewz und Margret Matschinsky (DIF), dass ihre Schützlinge in der Werkstatt des Bildungs-Centrums Nies an der Barbarastraße 57 Holzduft geschwängerte Luft schnuppern dürfen.

Miniaturform

Die Nachbildung der Dorstener Aak im Maßstab 1:1, die zurzeit im Rahmen eines Bildungsprojektes im Hof des Bildungs-Centrums ihrer Vollendung entgegen wächst, lieferte die Anregung zum Workshop-Thema: „Wir bauen ebenfalls das historische Flachbodenschiff nach, allerdings in Miniaturform“, verteilte Udo Sewz die Holzquadrate, aus denen die Jugendlichen das typische Handelsschiff nachbauen sollten. Hammer, Raspel, Schleifpapier, Akku-Drehbohrer – dass man so viele Werkzeuge dafür benötigt, hätten Anduel und Aurel nicht gedacht. „Den Grundkörper so glatt zu kriegen, war gar nicht einfach“, spannt Aurel die winzigen Seitenschwerter aus Teakholz-Resten in der Werkbank fest. „Die konnte man runterlassen und damit das Flachbodenschiff, das ja keinen Kiel hatte, lenken“, erklärt Roland Nies die Funktionsweise des alten regionalen Handelsschiffes. Auch die Ladeluken und die „Kajüte zum Kaffeetrinken“ werden als dunkleres Einzelteil angebracht. In den gebohrten Löchern müssen die Dübelstangen, die das Segel tragen sollen, den „Bootsbauern“ buchstäblich auf den Leim gehen.

Guter Einblick

„Es ist toll, was sich bei dieser Tätigkeit so alles abspielt“, sagt Margret Matschinsky, „die Jugendlichen bekommen nicht nur einen guten Einblick in die Holzverarbeitung, sie lernen auch die Werkzeuge zu benennen, und bereichern damit wieder ihren deutschen Sprachschatz.“ Das selbst gewerkelte Schiff dürfen die Teilnehmer mit nach Hause nehmen. Dort können sie dann im Waschbecken testen, ob ihre Dorstener Aak auch wirklich schwimmen kann.

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