Perakas Pavananthan, Restaurantfachmann und Giuseppe Deluca, Chefkoch im Mezzomar: In einem Extra-Bereich wird die 3G-Regel kontrolliert. © Lisa Wissing
Coronavirus

3G-Regel in Dorstener Gastronomie problemlos: „Leute wollen einfach raus“

Für den Innenbereich eines Cafés oder Restaurants brauchen Gäste eines der drei Gs: geimpft, genesen oder getestet. Das bedeutet zusätzliche Kontrollen für die Gastronomen.

Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Damit auch die Zeit, in den Abendstunden gemütlich draußen zu sitzen und einen Happen zu essen. Für den Besuch im Innenbereich der Gastronomie müssen Gäste nachweisen, ob sie genesen, geimpft oder getestet sind. Das gilt laut der Coronaschutzverordnung ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35 oder darüber.

Bei Verstoß droht Gastronomen Bußgeld

Die Kontrolle der Nachweise ist zunächst Aufgabe der Betreiber. Aber werden die wiederum auch kontrolliert? „Das Ordnungsamt hat vereinzelt Stichproben durchgeführt. Bislang wurden aber keine Verstöße festgestellt“, erklärt Ludger Böhne, Pressesprecher der Stadt Dorsten. Denn nicht nur Gästen, sondern auch Gastronomen droht ein Bußgeld, wenn sie gegen die aktuelle Coronaschutzverordnung verstoßen.

Laut Paragraf 6 der Verordnung gilt es nämlich als Ordnungswidrigkeit, wenn sie nicht immunisierten oder nicht getesteten Personen den Zugang erlauben. Für die Gastronomen bedeutet die 3G-Regel einen erhöhten Aufwand. Das findet aber zum Beispiel Perakas Pavananthan, Restaurantfachmann im Hervester Mezzomar, nicht weiter schlimm.

Gäste nehmen Kontrollen gelassen

„Mittlerweile gehört das zu unserem Arbeitsalltag. Die Gäste warten vorne in einem Extra-Bereich, bis sie kontrolliert werden“, sagt er. Beschwerden gab es seitens der Kunden keine. Im Gegenteil: „Die Menschen entgegnen uns mit sehr viel Verständnis. Sie wissen, dass gerade die Gastronomie in der Pandemie gelitten hat.“

Auch die Gäste des Restaurants „Zum Blauen See“ in Holsterhausen haben kein Problem mit der Kontrolle. „Da reagiert keiner negativ“, sagt Inhaber Thomas Püttmann. Der Aufwand für die Kontrollen sei überschaubar. Das übernimmt ein Sicherheitsmann an der Eingangstür. Ein Problem ist eher fehlende Laufkundschaft. „Die normale Laufkundschaft für den Innenbereich wird abgehalten. Aber diejenigen, die sich fest vorgenommen haben, essen zu gehen, kommen auch alle. Das ist kein Problem“, sagt er.

Der Großteil seiner Kundschaft sei geimpft, erzählt indes Stephan Witucki, Betreiber des Cafés „Das Kaffeekännchen“ in der Altstadt. Die Kontrolle des Nachweises übernehmen sowohl er als auch seine Kolleginnen. Wenn ein Gast keinen Nachweis dabei hat, bleibt er streng: „Sie können sich nach draußen setzen, aber in den Innenbereich kommen sie so nicht.“

Petra Paulus, Mitarbeiterin und Stephan Witucki, Inhaber des Kaffeekännchens in Dorsten.
Petra Paulus, Mitarbeiterin und Stephan Witucki, Inhaber des Kaffeekännchens in Dorsten © Lisa Wissing (A) © Lisa Wissing (A)

Im Mezzomar sei es schon einmal vorgekommen, dass Gäste den Test oder Impfnachweis vergessen haben, „aber dann haben wir die Kunden auf die nächste Teststelle verwiesen und den Platz freigehalten“, sagt Perakas Pavananthan. Laufkundschaft bleibe bei ihm durch die 3G-Regelung nicht aus.

Personalmangel „macht Arbeitsalltag nicht leichter“

Nicht nur damit geht es dem Mezzomar im Vergleich zu anderen Restaurants gut. Dem italienischen Restaurant sind nämlich über die lange Schließung keine Mitarbeiter abgesprungen. „Als wir geschlossen hatten, hat niemand gekündigt“, sagt Perakas Pavananthan. Das sieht bei Stephan Witucki anders aus: „Eine ehemalige Mitarbeiterin ist leider krank geworden und eine weitere hat sich umorientiert“, erklärt er. Das mache den Arbeitsalltag nicht leichter. Momentan ist er noch auf der Suche nach neuem Personal. Ein Vorstellungsgespräch habe er diese Woche noch, erzählt er zuversichtlich.

Über eine Verschärfung in Richtung 2G wollte der Restaurantfachmann nicht viel sagen. „Wenn diese Regelung festgelegt wird, dann müssen wir das eben akzeptieren.“ Thomas Püttmann würde, wenn er die Wahl hätte, die 2G-Regelung nicht einführen. „Ich würde Kinder unter 12 Jahren aussperren, die noch nicht geimpft werden können. Das möchte ich nicht“, sagt er.

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