Rund 250-Krankenhaus-Mitarbeiter haben in den letzten Tagen eine Impfung mit dem Wirkstoff von Astrazeneca erhalten. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/dpa pool
Coronavirus

250 Krankenhaus-Mitarbeiter in Dorsten nach Astrazeneca-Impfung ratlos

250 Mitarbeitern des Krankenhauses in Dorsten ist in den letzten Tagen der umstrittene Wirkstoff von Astrazeneca verabreicht worden. Nach teils heftigen Impfreaktionen herrscht Ratlosigkeit.

Die Nachricht vom Impfstopp für den Wirkstoff von Astrazeneca platzte am Montag mitten in die Impfaktion des St. Elisabeth-Krankenhauses. Seit Tagen wird dort Ärzten und Pflegepersonal der Kategorie zwei das umstrittene Mittel gespritzt. „Es gab die erwarteten körperlichen Reaktionen“, bilanzierte Dr. Norbert Holtbecker auf Anfrage.

Die Hälfte reagierte körperlich auf die Impfung

Der Chefarzt der Lungenfachklink berichtet von Fieber, Gliederschmerzen und Schüttelfrost, das etwa die Hälfte aller Kolleginnen und Kollegen für ein bis zwei Tage außer Gefecht setzte. „Das sind ausdrücklich Impfreaktionen und keine Nebenwirkungen“, sagt der Arzt, der seit Monaten mit Corona-Patienten in Kontakt steht und deshalb schon vor Wochen mit dem Wirkstoff von Biontech-Pfizer geimpft wurde.

Angesichts der nun bekannt gewordenen, teils lebensbedrohlichen Nebenwirkungen kann Dr. Holtbecker nachvollziehen, dass für das AstraZeneca-Präparat „die Pausetaste gedrückt“ wurde. Die zweite Impfung für die Krankenhaus-Mitarbeiter wäre erst in drei Monaten fällig und aus medizinischer Sicht „ein Booster, um den vollständigen Impfschutz zu gewährleisten“.

Sollten die Bedenken bis dahin ausgeräumt sein, wird es aus Sicht des Lungenfacharztes trotzdem Überzeugungskraft kosten, den Kolleginnen und Kollegen den Impfstoff ein zweites Mal zu verabreichen. Alternativ müsste ein anderer Wirkstoff geimpft werden – und zwar zweimal. „Das ist natürlich möglich.“

Termine im Impfzentrum abgesagt

Nach dem Impfstopp am Montagnachmittag hatten im Impfzentrum in Recklinghausen nach Angaben der Kreisverwaltung noch rund 50 Personen einen Termin für die Impfung mit AstraZeneca. „Diese Termine fanden statt, anstelle von AstraZeneca wurde Biontech geimpft“, bestätigte Kreissprecherin Svenja Küchmeister. Für Dienstag waren 247, für Mittwoch 250 Termine vergeben; sie wurden abgesagt. „Wie es danach weitergeht, ist noch offen.“

Der Astrazeneca-Impfstoff muss laut Küchmeister nicht vernichtet werden, da er im Kühlschrank bis zu sechs Monate haltbar ist.

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Stefan Diebäcker

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