Geschafft! Die 250-Kilo-Bombe ist erfolgreich gesprengt worden © Guido Bludau
Bombenentschärfung

250-Kilo-Bombe in Altendorf nach langer Wartezeit erfolgreich gesprengt

Mitten im Dorf ist am Mittwochabend in Altendorf-Ulfkotte eine 250-Kilo-Bombe gesprengt worden. Eine andere Möglichkeit gab es nicht. Doch es gab offenbar nur minimale Schäden.

Eine leichte Druckwelle – mehr war außerhalb der Sicherheitszone nicht zu spüren, als am Mittwochabend um 19.45 Uhr eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt wurde.

Ein tiefer Krater neben der Mehrzweckhalle, ein Riss in der Straße Im Päsken, ein abgeknickter Baum – viel mehr war auf den ersten Blick nicht zu sehen, als Schaulustige und Anwohner wenig später den Ort des Geschehens begutachteten.

„Besser geht es nicht“, bestätigte Karl-Friedrich Schröder vom Kampfmittelräumdienst Westfalen-Lippe. Auch für den erfahrenen Sprengmeister war die Bombe mit dem gefährlichen Langzeitzünder eine Besonderheit. „Zwei- bis dreimal im Jahr“ kommt den Experten ein solcher Blindgänger unter, deshalb wussten sie zur Mittagszeit: Hier ist höchste Vorsicht geboten.

Lob für die betroffenen Bürger

Fünf Stunden vor der Sprengung war mit der Evakuierung von etwa 600 Menschen begonnen worden. Bürgermeister Tobias Stockhoff lobte später die Disziplin der offenbar krisenerprobten Altendorfer. Auf dem Hof Vortmann an der Altendorfer Straße wurde eine Notunterkunft eingerichtet, die Stadt stellte einen Shuttleservice zur Verfügung. In der Notunterkunft hielten sich nur wenige Menschen auf – viele kamen bei Verwandten und Bekannten unter.

Sprengmeisterin Birgit Bremmer begutachtete zur Mittagszeit die Fundstelle. Wenig später war klar: Die Bombe kann nicht entschärft, sondern muss gesprengt werden. © Guido Bludau © Guido Bludau

So auch Familie Gnädig, die in unmittelbarer Nähe des Fundorts wohnt. „Wir haben gerade über die Nina-Warnapp von der Evakuierung erfahren“, sagte Daniel Gnädig. „Jetzt holen wir noch unsere Schwiegermutter ab und fahren dann zu einem Freund nach Gladbeck.“

Etwas mulmig war den Anwohnern schon zumute. „Ich bin gespannt, so etwas habe ich noch nie live miterlebt“, sagte Janine Gnädig. „Wir vertrauen aber darauf, dass wir nachher wieder in unser Haus zurückkehren können.“

Um die Wucht der Detonation abzumildern, wurde die Bombe mit 30 Kubikmeter Sand bedeckt. Umliegende Gebäude wurden durch mit Bauschutt gefüllte Container vor der Druckwelle geschützt.

Bombe in Schräglage mit Zünder an der Unterseite

Der Sprengsatz in fünf Metern Tiefe war bereits am Dienstag bis auf 3,50 Meter freigelegt worden. Da er ungünstig lag und die Bodenverhältnisse schwierig waren, nahm die abschließende Freilegung am Mittwoch mehr Zeit in Anspruch, als zunächst angenommen. Gefunden wurde die Bombe in Schräglage, der Zünder befand sich an der Unterseite. Der Sprengsatz durfte bei der Freilegung auf keinen Fall bewegt werden.

Neben dem Kampfmittelräumdienst war die Feuerwehr Dorsten mit 50 Kräften im Einsatz. 15 Mitarbeiter der Stadtverwaltung koordinierten die Evakuierung. Zwei nicht gehfähige Personen wurden per Krankentransport aus dem Gefahrengebiet gebracht. Außerdem waren mehrere Polizeikräfte sowie Mitarbeiter der örtlichen Versorger Westnetz und RWW im Einsatz.

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Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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