Der städtische Blitzerwagen kann in beiden Fahrtrichtungen „tätig werden“. © Stefan Diebäcker (A)
61 Fahrverbote

2020 hat die Stadt weniger Temposünder geblitzt als im Jahr zuvor

Den städtischen Radarwagen sind 2020 weniger Verkehrssünder ins Netz gegangen als im Jahr zuvor. Die Raser haben gemeinsam mit den Falschparkern trotzdem etwas für die Stadtkasse getan.

Mit rund einer halben Million Euro haben Verkehrssünder im vorigen Jahr die Kasse der Stadt „gefüttert“. Insgesamt hat es jedoch weniger registrierte Verstöße gegen Parkregeln und Tempolimits gegeben als 2019.

Wie die Stadt berichtet, haben die beiden städtischen Radarwagen 2020 insgesamt 17.226 Geschwindigkeitsverstöße (gegenüber 25.741 im Jahr davor) festgestellt. Dabei waren 703 (1035) Temposünder so schnell unterwegs, dass sie statt einer Verwarnung ein Bußgeld bezahlen mussten. Bei weiteren 1.094 (1.747) Verkehrsteilnehmern wurde aus einer Verwarnung ein Bußgeldbescheid, weil sie nach der ersten Aufforderung nicht bezahlt haben.

61 Raser wurden mit einem Fahrverbot bestraft

61 (81) Verkehrsteilnehmer haben die zulässige Geschwindigkeit so gravierend überschritten, dass sie mit einem Fahrverbot belegt wurden. Die Summe aus Verwarnungen und Bußgeldern aus der Geschwindigkeitsüberwachung summierte sich 2020 auf insgesamt 440.968 Euro (502.414 Euro).

Dass die Einnahmen niedriger waren als 2018 und 2019, hat nach Ansicht der Verantwortlichen bei der Stadt vor allem zwei Gründe: Während der Lockdown-Wochen war deutlich weniger Verkehr auf den Straßen unterwegs, mithin sank auch die Zahl der erfassten Verstöße. Zudem waren die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) stark eingebunden in die Kontrolle der Corona-Regeln und der dazugehörigen Bürgerinformation. Dadurch seien die Radarwagen der Stadt weniger Stunden im Einsatz gewesen.

Radarwagen blitzt in beide Richtungen

Dennoch liegen diese Zahlen immer noch deutlich über den Werten bis 2017, als es in Dorsten nur einen Radarwagen mit einer Kamera gab. Mit Anschaffung des zweiten Fahrzeugs, das zudem mit zwei Kameras jeweils in beide Fahrtrichtungen misst, und der Gründung des Kommunalen Ordnungsdienstes wurden 2018 sowohl die technischen als auch die personellen Voraussetzungen für eine wirksamere Geschwindigkeitsüberwachung wieder hergestellt.

In Dorsten gibt es inzwischen vier Tempomesstafeln, die an wechselnden Einsatzorten Autofahrer ans Tempolimit erinnern.
In Dorsten gibt es inzwischen vier Tempomesstafeln, die an wechselnden Einsatzorten Autofahrer ans Tempolimit erinnern. © Guido Bludau (A) © Guido Bludau (A)

Während ertappte Verkehrssünder sich über Fahrverbot oder Bußgeld nicht freuen, ist die Zahl der Beschwerden über „Raserei“ bei der Stadt deutlich zurückgegangen, seitdem die Möglichkeiten der Geschwindigkeitsmessungen ausgeweitet wurden.

Die meisten Tempoverstöße wurden am Westwall registriert

Die meisten Verstöße wurden übrigens an folgenden Messstellen registriert, wobei die Statistik die Geschwindigkeitsüberschreitungen je Stunde Messzeit erfasst: Westwall/Fußgängerampel Fahrtrichtung Nord 19,4 Verstöße pro Stunde; Weseler Straße/östlich Lasthausener Weg, Fahrtrichtung Ost 15,4 Verstöße und Pliesterbecker Straße/östlich Idastraße Fahrtrichtung Ost 14,6 Verstöße.

Ein Stadtsprecher erklärte auf Nachfrage, dass es insgesamt nur zehn Messstellen gibt, an denen pro Stunde zehn und mehr Verstöße festgestellt wurden. Insgesamt scheint damit 2020 das Geschwindigkeitsniveau gesunken zu sein. 2019 lagen die Top 3 noch bei 24 (Rhader Straße), 22 (Westwall) und 18 (Weseler Straße) Verstößen pro Stunde.

Die Stadt Dorsten ist nicht frei in der Auswahl der Messstellen für die Geschwindigkeitsüberwachung. Jeder Einsatzort muss mit der Polizei abgestimmt werden. Im Stadtgebiet gibt es rund 160 zugelassene Messstellen.

Parksünder bezahlten rund 75.000 Euro an die Stadt

Im „ruhenden Verkehr“ wurden 2020 insgesamt 4.925 (Vorjahr 7.725) Fahrzeughalter verwarnt. Diese Zahl ist die niedrigste der letzten vier Jahre. Grund auch hier: Es fanden weniger Kontrollen statt, weil der KOD in Corona-Themen gebunden war, und es steuerten auch insgesamt weniger Besucher die „Brennpunkte“ der Parkraumüberwachung an, etwa die Dorstener Innenstadt.

Acht (14) Fahrzeuge waren so störend geparkt, dass sie abgeschleppt werden mussten. Die Einnahme aus der Überwachung des ruhenden Verkehrs beträgt 75.710 Euro (106.605 Euro).

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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