Corona-Bilanz: Die Dauer-Kontrolle einer disziplinierten Stadt

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Zwölf Wochen der Entbehrungen und Einschränkungen liegen hinter den Menschen in Dorsten. Die „Corona-Bilanz“ des Ordnungsamtes lässt den Schluss zu: Kontrolle ist nicht alles.

Dorsten

, 02.06.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf bis zu 50 Personen wurde der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) in Dorsten in der härtesten Zeit der Corona-Krise aufgestockt. Die Kontrolle war angeblich notwendig, doch die aktuellen Zahlen zeichnen ein anderes Bild.

Die Dorstener waren nach bisherigen Erkenntnissen der Stadtverwaltung überaus diszipliniert und alles andere als auf Krawall gebürstet. Oder um es mit den Worten von Stadtsprecher Ludger Böhne auszudrücken: „Das sehr hohe Maß an Verantwortungsbewusstsein der Bürger, die intensive Präsenz, aber auch das positive Image des KOD haben dazu beigetragen, dass nur wenige Bußgeldverfahren eingeleitet wurden.“

In Zahlen liest sich die Corona-Bilanz so: „Es wurden bislang 35 Bußgeldverfahren eingeleitet, davon zwei nach der Anhörung eingestellt“, bestätigte Böhne auf Anfrage. „Selbstverständlich wurden viele Bürger auf etwaiges Fehlverhalten angesprochen. Dies wurde jedoch sofort nachhaltig abgestellt.“

Ein unerwartet ruhiger 1. Mai

Bemerkenswert war aus Sicht der Stadtverwaltung der 1. Mai, an dem im Vorfeld viele Verstöße gegen die Corona-Schutzregeln befürchtet wurden. Doch das Gegenteil war der Fall. Bei den an diesem Tag „sehr intensiven Kontrollfahrten und -gängen“ wurde nur ein einziger Bollerwagen gesichtet – „gezogen von zwei Personen“, so Böhne, „was nach der damals gültigen Corona-Schutzverordnung vollkommen in Ordnung ging.“

Ebenso wurden an diesem Tag nur selten Ansammlungen von Personen auf Privatgrundstücken gemeldet oder festgestellt. Diese lösten sich nach einem entsprechenden Informations- und Aufklärungsgespräch auf. „Partys im eigentlichen Sinn gab es nicht“, sagte Böhne.

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Die Kontrollen werden, auch wenn Dorsten inzwischen offiziell als „Corona-frei“ gilt, zunächst noch nicht wirklich zurückgefahren, betont der Stadtsprecher. Grundsätzlich gelte ja weiterhin das Abstandsgebot und die Maskenpflicht in vielen Bereichen. „Der KOD ist zudem als Ansprechpartner für die Bürger vor Ort und unterstützt auch die Gewerbetreibenden bei der korrekten Umsetzung der Corona-Schutzverordnung.“

Bei gleichbleibend geringem Infektionsgeschehen und weiterhin weitestgehend vorbildlichem Verhalten der Dorstener werde jedoch eine Rückkehr in den Normalbetrieb auch für den KOD angestrebt. Wieviele Überstunden bei der zwölfwöchigen Dauer-Kontrolle angefallen sind, ist laut Böhne bislang nicht ausgewertet worden.

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