Familie Ignatjuk mit Vater Daniel und Mutter Oxana sowie den Kindern Olivia (10), Diana (4), Oliver (13) und Jason (4) sowie Pekinesen-Hündin Mia suchen seit fünf Jahren vergeblich ein Grundstück mit Haus oder nur ein Grundstück in Dorsten zum Bauen. © Claudia Engel
Immobilienmarkt

Familie sucht Haus in Dorsten: „Das wäre ein Jackpot für uns“

Familie Ignatjuk sucht seit fünf Jahren ein Haus in Dorsten. Am mangelnden Einsatz kann es nicht liegen, dass Eltern und vier Kinder noch nichts Passendes gefunden haben.

Daniel Ignatjuk ist ein fleißiger Mann. Der Russlanddeutsche kam vor 16 Jahren mit seinen Eltern und mit seinem Bruder nach Deutschland. Seit einigen Jahren lebt der 39-jährige Industriemechaniker zusammen mit seiner Frau Oxana und seinen vier Kindern Oliver, Olivia, Jason und Diana in einer Mietwohnung in der Dorstener Feldmark. Er möchte das gerne ändern. Die Familie wünscht sich ein Eigenheim mit Grundstück. „Wir haben aber bis jetzt noch nichts Passendes gefunden“, sagt Daniel Ignatjuk.

Neuester Vorstoß des Familienvaters: Er hat eine Anzeige bei eBay geschaltet. Mit einem einladenden Familienfoto, auf dem alle Familienangehörigen zu sehen sind und gewinnend lächeln. 270.000 Euro wäre Daniel Ignatjuk bereit zu berappen, um den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. „Ich könnte ein älteres Haus auch selbstständig sanieren“, sagt der Industriemechaniker. Er sei handwerklich sehr geschickt.

Familie hat trotz der vier Kinder bescheidene Wünsche

Trotz der vier Kinder sind die Wünsche der Familie eher bescheiden: 120 Quadratmeter soll das Traumhäuschen haben, gerne dürfe es auch eine ältere Immobilie sein oder nur ein Grundstück, auf dem sie bauen können. Zwei Kinderzimmer für ihre beiden Jungen und beiden Mädchen und ein Elternschlafzimmer sowie Küche und Wohnraum sowie Bad würden der Familie reichen.

„Bei der Bank ist man gleich von vier Kinderzimmern ausgegangen. Die brauchen wir aber nicht“, so Daniel Ignatjuk. Sie seien „eine ganz normale Arbeiterfamilie, „uns fällt das Geld nicht auf den Kopf“. Außerdem sehe er bei seinen Eltern, die in Emmerich gebaut haben, wie viel Platz plötzlich vorhanden ist, wenn die Kinder ausgezogen sind.

900 Euro Miete für 100-Quadratmeter-Wohnung

Daniel Ignatjuk ist als Industriemechaniker bei der Firma Oftec in Hervest in Festanstellung, seine Frau Oxana arbeitet als Putzhilfe. Ihr Monatseinkommen sei auskömmlich, sagen die beiden. „Für unsere Mietwohnung von der Dorstener Wohnungsgesellschaft zahlen wir 900 Euro“, erzählt Ignatjuk. Bis zu 1.200 Euro dürfe die monatliche Rate für das Eigenheim betragen. Deshalb hat sich die Familie Ignatjuk die Obergrenze von 270.000 Euro für den Erwerb eines Eigenheims gesetzt.

Ob es für diesen Betrag in Dorsten eine Immobilie gibt? Auf Immowelt und anderen einschlägigen Portalen sind Häuser in Dorsten und Umgebung zu finden. Ein Bungalow in Wulfen zum Beispiel. Wegen des Stadtteils ist der Familienvater ein bisschen skeptisch, wäre aber bereit, sich das Haus anzuschauen. Lieber wäre es seiner Frau und den Kindern aber, wenn sie in Holsterhausen, Hervest oder Dorsten fündig würden.

Immobilienpreise sind durch die Decke gegangen

Wie anderenorts auch sind die Immobilienpreise in Dorsten durch die Decke gegangen. Ende 2020 hat der Gutachterausschuss, ein Bewertungsgremium für Dorsten, Marl und Gladbeck, festgestellt, dass die Preise für Häuser in Dorsten aus den Baujahren bis 1975 um bis zu 30 Prozent gestiegen sind. Selbst in Wohnlagen außerhalb der Hardt – hier werden wegen der stadt- und kanalnahen Lage Spitzentarife erzielt – dürfte es für Familie Ignatjuk also nicht leicht sein, ein passendes Häuschen zu finden.

Der 39-jährige Familienvater wartet auf einen glücklichen Zufall oder Menschen, die auch ohne Makler ihr Haus bei eBay verkaufen wollen. „Bei einem Arbeitskollegen, der zehn Jahre gesucht hat, hat das geklappt.“

Ein Makler sagt auf Anfrage der Redaktion, dass der Zufall potenziellen Hauskäufern in die Hände spielen könnte. Eine Garantie gebe es aber nicht. „Schade“, findet Daniel Ignatjuk, dass viele Immobilieninhaber lieber über den Makler verkaufen wollen. „Die Kosten kann man sich doch sparen“, meint er. Für ein Haus wäre er aber bereit, seinen Anteil an Provision zu zahlen. Umziehen in ein Eigenheim: „Das wäre ein Jackpot für uns.“

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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