Nadja Pleßmann von der Buchhandlung König in der Dorstener Innenstadt berichtet von vielen Bestellungen und Abholungen und freut sich über die Unterstützung der Kunden für den lokalen Buchhandel. © Bastian Becker
Coronakrise

Buchhandel in Dorsten behauptet sich in der Krise

Das Weihnachtsgeschäft brummte trotz Lockdowns, der Abholservice wird gerne von Kunden genutzt: Dorstener Buchhandlungen trotzen der Krise - auch weil Kunden treu sind und neue dazukommen.

Als ihr Geschäft im Frühjahr 2020 erstmals schließen mussten, haben sich Mitarbeiter der Buchhandlung König in der Dorstener Innenstadt noch aufs Fahrrad geschwungen, um Kunden bestellte Bücher nach Hause zu bringen. Inzwischen ist das nur noch in Ausnahmefällen nötig, weil fast alle Kunden den Abholservice in Anspruch nehmen.

Darum hatte die Buchhandlung unter anderem im Internet auch explizit gebeten. Wenn die Bücher direkt nach Hause bestellt werden, verdient der lokale Buchhändler daran so gut wie nichts.

Kontaktlose Abholung ist erlaubt

„Es wird super viel bestellt derzeit und die Kunden sagen uns auch, dass sie lieber hier bestellen als bei Amazon, weil es ihnen wichtig ist, die Innenstadt zu erhalten“, sagt Nadja Pleßmann von der Buchhandlung König. Ein Abholservice in Buchhandlungen ist zulässig, sofern die Übergabe der Bücher an den Kunden kontaktlos erfolgt.

Auch Marion Pabst von der Holsterhausener Buchhandlung „schwarz auf weiss“ ist froh, dass es „immer noch viele Kunden gibt, die uns unterstützen“. Sie führt das auch auf den öffentlichkeitswirksamen Einsatz großer überregionaler Zeitungen wie „Süddeutsche“ oder „Zeit“ zurück, die 2020 mehrfach zur Unterstützung des lokalen Buchhandels aufgerufen haben.

Dennoch wird es auch im Buchhandel Pandemie-bedingte Verluste geben. Zwar seien 2020 die Lesebegeisterung groß und die Nachfrage hoch gewesen. „Doch der Shutdown im Dezember machte der Branche einen Strich durch die Rechnung“, sagt Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. „Die erneuten Ladenschließungen mitten im Weihnachtsgeschäft stoppten die Aufholjagd, mit der es dem Buchhandel fast gelungen wäre, die Einbußen aus dem Shutdown im Frühjahr auszugleichen“

Für die Buchhandlung „schwarz auf weiss“ lief es im Dezember auch trotz des Lockdowns sehr gut. „Es war sogar besser als der Dezember im Vorjahr“, sagt Marion Pabst. Es seien auch etliche Neukunden dabei und solche, die das Lesen wieder für sich entdeckt hätten.

In der Krise steigt die Lust am Lesen

Dass die Krise offenbar die Lust am Lesen befördert, beobachtet auch Nadja Pleßmann von der Buchhandlung König: „Es wird insgesamt mehr gelesen.“ Reise-Fans würden Reiseführer kaufen, um zumindest planen und träumen zu können. Koch- und Backbücher gehen ebenfalls gut. Genau wie Sachbücher oder Fantasy-Geschichten.

„Man merkt auch, dass Menschen, die lesen, positiver sind“, so Pleßmann. „Sie können zwischendurch in andere Welten abtauchen und dann ist man mal für einen Moment raus aus diesem ganzen Schlamassel.“

Das Buch zum Abholen

  • Buchhandlungen bekommen bestellte und lieferbare Bücher in der Regel täglich über Nacht. Am Tag nach der Bestellung liegen sie abholbereit in der Filiale.
  • Bei König & Parrenin können Bücher von Montag bis Freitag (11-16 Uhr) und Samstag (10-13 Uhr) bestellt und auch zu diesen Zeiten an der Tür der Buchhandlung abgeholt werden; Tel. (02362) 26925 oder service@koenig-dorsten.de

  • Bei „schwarz auf weiss“ sind Bestellungen über die Homepage www.bsaw.de, per Mail an info@bsaw.de oder per Whatsapp an (0157) 383 50 359 möglich.

  • Thalia in der Innenstadt bietet ebenfalls einen Abholservice an: Montag bis Samstag von 10 bis 16 Uhr; Bestellung unter Tel. (02362) 6050 731.
Über den Autor
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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