Trotz Corona bezahlen noch zahlreiche Dorstener mit Bargeld. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Bezahlverhalten

Bargeld oder Karte: Wie wird in Dorstener Geschäften derzeit gezahlt?

Was hat sich durch die Corona-Pandemie am Bezahlverhalten der Dorstener geändert? Einige Läden berichten von ihren Erfahrungen zwischen Bargeld und Karte.

Vielerorts wird im Zuge der Corona-Pandemie darauf hingewiesen, möglichst kontaktlos zu bezahlen. Doch hat sich in den letzten Monaten aus Sicht der Dorstener Geschäfte etwas am Bezahlverhalten ihrer Kunden geändert?

„Nein, das ist gar nicht zu beobachten, zumindest nicht sonderlich auffällig. Bargeld hat immer noch einen hohen Stellenwert und ich hoffe, dass das auch so bleibt“, meint dazu Stefanie Dornhege, Inhaberin im Schuhhaus Pelkmann. Der Großteil der Kunden bezahle nach wie vor bar und sie befürworte das. Auch aus wirtschaftlicher Sicht hat sie kein Interesse daran, dass mehr Kunden per Karte zahlen. „Bargeldloser Verkehr kostet uns Geld. Wir hätten definitiv mehr Kosten“, erläutert Stefanie Dornhege.

Stefanie Dornhege ist Befürworterin der Bargeldzahlung.
Stefanie Dornhege ist Befürworterin der Bargeldzahlung. © privat © privat

Mehr Kartenzahlung in Buchhandlung

Nadja Pleßmann hat in der Buchhandlung König & Parrenin andere Erfahrungen gemacht. „Es war zu erwarten, dass wesentlich mehr Leute mit Karte zahlen. Das ist der Fall“, berichtet die Mitarbeiterin. Das könnte aus ihrer Sicht aber auch damit zusammenhängen, dass auf dem Tisch, den die Buchhandlung während der Zeit von „Click and Collect“ vor der Tür aufgebaut hatte, zwar ein Kartenlesengerät, aber keine Kasse stand. „Vielleicht wussten die Kunden nicht, dass sie auch bar bezahlen konnten“, vermutet Nadja Pleßmann.

Vor allem viele ältere Kunden würden aber bewusst bar bezahlen, während jüngere Leser schon mal nachfragen, ob auch eine Zahlung mit dem Smartphone möglich ist. Das Verhältnis zwischen Bar- und Kartenzahlung unterscheide sich von Tag zu Tag: „Gestern hatten wir zum Beispiel mehr als doppelt so viele Einnahmen durch Bargeld, heute kann es wieder ganz anders aussehen.“

Wenige Veränderungen in der Gastronomie

Für Ioannis Kollias, Inhaber des Restaurants Elia in Wulfen, hat sich am Bezahlverhalten seiner Gäste seit der Eröffnung im Dezember 2017 nicht viel geändert. „Ich habe keine große Veränderung wahrgenommen. 30 bis 40 Prozent zahlen per Karte, der Rest bar“, nennt er das grobe Verhältnis. Von Bekannten, die ebenfalls in der Gastronomie tätig sind, höre er Ähnliches. Bei größeren Bestellungen nehme der Anteil der Kunden, die nicht bar bezahlen, tendenziell zu.

Ioannis Kollias ist Inhaber des Restaurant Elia in Wulfen.
Ioannis Kollias ist Inhaber des Restaurants Elia in Wulfen. © Ralf Pieper © Ralf Pieper

„Bei uns zahlen relativ viele mit Karte, das sind mehr als die Hälfte“, stellt Christiane Pier, Inhaberin des Rostfleckhauses, fest. Dieser Anteil habe sich aber in den Monaten der Pandemie nicht verändert. „Es ist nicht so, dass mehr Leute aus Hygienegründen mit der Karte zahlen“, glaubt sie. Durch die Eröffnung des Online-Shops seien digitale Verfahren wie Paypal oder Klarna dazugekommen, die die Transaktionen vereinfachen würden. „In der Zeit von Click and Collect nutzen viele die Möglichkeit der Vorabüberweisung“, erklärt Christiane Pier. Dadurch entfallen ebenfalls Bargeldzahlungen.

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Bastian Becker
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