Zwei Parkplätze verschwinden, um den Schulweg sicherer zu machen

dzIm Wohngebiet

Schulwege sind in der Corona-Krise nicht das brennende Thema. Und doch plant die Stadt Castrop-Rauxel, eine Gefahrenstelle zu entschärfen. Mit einer Maßnahme, die anderswo funktioniert.

Castrop-Rauxel

, 31.03.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Schulweg kann nicht sicher genug sein: Das sagte Daniel Molloisch, Fraktions-Chef der SPD Castrop-Rauxel, bei einer Sitzung des Bürgerausschusses in Obercastrop. Er spricht damit wohl allen aus dem Herzen.

Denn gerade hier im Ortsteil gibt es rund um die Elisabethschule seit vielen Monaten Diskussionen genau darüber. Erst wurden Mittelinseln abgebaut, damit der Bus besser fahren kann, und ein Huckel eingebaut, um den Verkehr doch wieder zu verlangsamen (Tempo 30 gilt hier ohnehin).

Der bekommt bald noch einen Zebrastreifen und Laternen, so der Plan. Nun gibt es einen weiteren Plan: Hier soll eine Elternhaltestelle entstehen.

Stausituation entzerren

Dabei handelt es sich um eine freie Haltefläche, wo nicht geparkt werden darf, damit Kinder sicher aussteigen können - und zwar bewusst nicht direkt vor der Schule, damit sie die Stau- und Stresssituationen im Bring- und Abholverkehr entzerren. In Castrop-Rauxel gibt es fünf Elternhaltestellen im Umfeld verschiedener Grundschulen.

Offizielle Einweihung der Elternhaltestelle für die Kinder der Wilhelmschule, an der Kreuzung Luisenstraße / Ecke Wilhelmstraße. So sieht das Schild aus.

Offizielle Einweihung der Elternhaltestelle für die Kinder der Wilhelmschule, an der Kreuzung Luisenstraße / Ecke Wilhelmstraße. So sieht das Schild aus. © Matthias Stachelhaus

Verkehrsplaner André Sternemann sagte im Ausschuss dazu, dass sie unterschiedlich gut angenommen würden. „An einigen Stellen sind sie gut genutzt. Da gibt es zum Teil Anfragen, ob wir sie noch erweitern können. Andere Standorte funktionieren nicht so gut.“

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Eltern- und Schul-Befragung

Derzeit sammle man Meinungen von Eltern und Schulen ein: Was halten Sie von den Elternhaltestellen an ihrer Schule? Warum nutzen sie sie (nicht)? „Wir haben recht viel Rückmeldung bekommen von den Schulen und Eltern“, so Sternemann. Man sei bei der Auswertung.

Auch an der Lindenschule sei eine Elternhaltestelle geplant. „Die kommt sogar vielleicht noch vor der an der Elisabethschule“, erklärte André Sternemann.

Ein Kind wartet an der Aufpflasterung an der Christinenstraße, die Straße zur Schule hin überqueren zu können. Hier soll ein Zebrastreifen aufgemalt und hellere Laternen aufgestellt werden. Und ein paar Meter weiter gibt es dann eine Elternhaltestelle.

Ein Kind wartet an der Aufpflasterung an der Christinenstraße, die Straße zur Schule hin überqueren zu können. Hier soll ein Zebrastreifen aufgemalt und hellere Laternen aufgestellt werden. Und ein paar Meter weiter gibt es dann eine Elternhaltestelle. © Thomas Schroeter

Doch zurück nach Obercastrop: Die Elternhaltestelle hier ist an der Christinenstraße / Ecke Bornstraße auf der Einbahnstraße geplant. An der linken Fahrbahnseite sollen die Kinder aussteigen.

Sie müssen dann nicht mehr die Bornstraße überqueren, sondern nur noch die Christinenstraße am Abzweig Elisabethstraße, also dort, wo der Zebrastreifen entstehen soll. „So würde man die Fußgängerströme bündeln“, sagt der Verwaltungs-Fachmann.

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Eigentlich sind Elternhaltestellen laut allgemeiner Planer-Empfehlung rund 300 bis 400 Meter von der Schule entfernt. „Das schärft die Sinne der Kinder für den Schulweg“, erklärt Sternemann. „Aber hier müssen wir schauen, dass wir die Auswirkungen für den ruhenden Verkehr gering halten.“ Sprich: es sollen nicht zu viele der raren Parkplätze im Wohngebiet entfallen. Hier fallen für die Elternhaltestelle zwei Parkplätze weg.

Aufgrund der Corona-Krise ist derzeit allerdings unklar, wann genau das Projekt vorangetrieben wird.

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