Kinder, Jugendliche und Erwachsene spielten am Sonntag auf den Plätzen auf der Rennbahn, als gäbe es kein Coronavirus. © Tobias Weckenbrock
Coronavirus

Zwei Dutzend Jugendliche verstoßen auf der Rennbahn gegen Corona-Regeln

Das war zu erwarten: Am Muttertag, bei fast 30 Grad, war in Parks und Wäldern, am Kanal und auf Spielplätzen in Castrop-Rauxel der Bär los. Regelverstöße gegen den Lockdown blieben ungeahndet.

Sonntagnachmittag, 9. Mai, 17 Uhr: Bei um die 25 Grad geht es munter zu in Castrop-Rauxel. Die Menschen hat es an diesem herrlichen Muttertag nach draußen gezogen. Dabei werden auch schon mal ein paar Augen zugedrückt. Ein Spaziergang auf der Rennbahn zwischen Castrop und Schwerin zeigt das eindrucksvoll.

Auf dem Bolzplatz und dem daneben liegenden Basketball-Court spielen gegen 17 Uhr gut zwei Dutzend Jugendliche, Kinder und Erwachsene Basketball und Fußball. Keiner von ihnen trägt eine Maske. Dabei werden Abstände nicht eingehalten: Es geht um Kontaktsport.

Auf dem Spielplatz auf der Rennwiese sitzen Familien mit kleineren Kindern gemeinsam auf Picknickdecken. Sie halten zwar etwa einen Meter Abstand, aber Masken tragen sie nicht.

Ist das verwerflich? Gibt es überhaupt Beschwerden? Fakt ist: Es ist so nicht erlaubt. Auch wenn das Ansteckungsrisiko draußen nachweislich gering ist: Es gelten die Lockdown-Regeln. Und die erlauben solche Szenen aktuell eben nicht. Auf Spielplätzen gilt für Kinder ab dem schulpflichtigen Alter und Erwachsene Maskenpflicht. Kontaktsport ist nicht gestattet.

Keine Bußgelder verhängt

Der Kommunale Ordnungsdienst war an diesem Tag natürlich im Einsatz. Über die Polizei wurde der KOD auch zur Sportanlage an der Rennwiese gerufen. Um 18.15 war das Ordnungsamt vor Ort.

Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann auf Anfrage zu dem Einsatz: „Bei Ankunft stellte der KOD auf den Sportanlagen der Rennwiese mehrere Kleingruppen fest. Die erste Gruppe rannte beim Eintreffen des KOD direkt weg, die zweite Gruppe bestand aus einem Haushalt, die dritte Gruppe bestand aus sechs Kindern unter 14 Jahren, und die letzte Gruppe bestand aus drei Personen aus zwei Haushalten.“ Bußgelder seien deswegen nicht verhängt worden.

Auch auf dem Frohlinder Sportplatz an der Brandheide habe es der Stadtverwaltung zufolge eine Viertelstunde später Beschwerden von Anwohnern gegeben. Das Ordnungsamt habe sechs Personen angetroffen, die allerdings in den Wald flüchteten und nicht gefunden wurden. Der KOD könne nicht so schnell reagieren wie die Polizei, trotzdem bemühe man sich den Hinweisen aus der Bevölkerung schnellstmöglich nachzugehen.

Maresa Hilleringmann: „Am Wochenende wird das Ordnungsamt ja über die Polizei herbeigerufen und nicht vom Bürger selbst. Zwischen Anruf und Eintreffen liegen manchmal nur 10 Minuten, aber manchmal dauert es auch länger, wenn das KOD-Team noch bei einem anderen Einsatz ist.“

Ihre Autoren
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga
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