Zwei Corona-Hotspots im Kreis Recklinghausen und wie es aktuell aussieht

dzCoronavirus

In Marl und Gladbeck gibt es zwei Coronavirus-Hotspots, zu denen es nun neue Informationen zum Stand der Dinge gibt. Es geht um Infektionen in einem Seniorenzentrum und einer Asylunterkunft.

Kreis Recklinghausen

, 27.05.2020, 15:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Cura-Seniorencentrum in Gladbeck gibt es erneut Corona-Infektionen. Das meldet der Kreis Recklinghausen am Mittwoch (27.5.). Nachdem dort elf Tage lang keine neuen Infektionen verzeichnet wurden, wurde dem Kreisgesundheitsamt am Donnerstag vergangener Woche mitgeteilt, dass eine Bewohnerin positiv getestet worden ist..

Das Gesundheitsamt habe daraufhin die Testung aller Bewohner und Beschäftigten des gesamten Wohnbereichs veranlasst. Insgesamt wurden in den letzten Tagen drei Bewohner positiv getestet, darunter eine 97-jährige Palliativ-Patientin. Sie starb am Wochenende. Bei 9 getesteten Beschäftigten und 13 Bewohnern fiel das Testergebnis negativ aus.

Anfang dieser Woche testete das DRK erneut alle bislang negativ getesteten Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung. Das Gesundheitsamt ordnete darüber hinaus an, dass neben dem Pflegepersonal auch alle Reinigungskräfte und alle, die in irgendeiner Form Kontakt zu den Bewohnern gehabt haben könnten, getestet werden.

Kreis prüft, ob Anordnungen eingehalten wurden

Der Kreis forderte von der Einrichtung auch die Pflege-Dokumentation der infizierten Bewohner an, um überprüfen zu können, wie es zu den Neuinfektionen gekommen ist. Da für Einrichtungen, in denen Bewohner oder Beschäftigte positiv getestet worden sind, ein Besuchsverbot gilt, sei eine Ansteckung durch Auswärtige unwahrscheinlich.

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Nachdem sich im April die Infektionszahlen in der Einrichtung sowohl bei Bewohnern als auch Betreuern gehäuft hatten, ordnete das Gesundheitsamt bereits umfangreiche Maßnahmen an, „die für eine gewisse Zeit auch die gewünschte Wirkung erzielten“, so Kreis-Sprecherin Svenja Küchmeister. Man behalte sich weitere Maßnahmen vor, sollte sich herausstellen, dass es Verstöße gegen Anordnungen gegeben hat oder die Ursache für Neuinfektionen nicht festgestellt werden kann.

Derweil geht die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Bewohner der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Geflüchtete in Marl zurück. Nach Angaben der Bezirksregierung Münster sank sie von 22 auf 4 Personen (Stand: 26. Mai, 12 Uhr).

„Damit können die strengen Quarantäne-Bestimmungen für die Einrichtung abhängig noch ausstehender Testergebnisse im Laufe dieser Woche auf einzelne Etagen reduziert werden“, heißt es in einer Mitteilung. Unter Einhaltung der Hygiene- und Kontaktvorschriften dürfen negativ getestete Bewohner die Einrichtung dann wieder verlassen.

106 Bewohner in der Einrichtung

Aktuell ist die Marler Unterkunft mit 106 Bewohnern belegt, was weniger als 50 Prozent der 250 Unterbringungsplätze entspricht. Die nicht-infizierten Bewohner werden weiter durch das DRK getestet. So können das Gesundheitsamt des Kreises in Absprache mit der Bezirksregierung und dem Betreuungsverband im Bedarfsfall reagieren.

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