Zeugin wollte Justiz austricksen: Jetzt muss sie ins Gefängnis

dzLandgericht Essen

Eine Frau aus Castrop-Rauxel wollte ihre Zeugenaussage am Amtsgericht Gelsenkirchen kurzerhand „vergolden“. Es ging um 100 Euro. Dafür wartet jetzt eine Gefängnisstrafe auf die 59-Jährige.

Castrop-Rauxel

, 18.08.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dass man gerne mehr darstellen möchte, als man eigentlich kann, ist ein altbekanntes Phänomen. Für eine Frau aus Castrop-Rauxel führt die „Hochstaplerei“ jetzt allerdings ins Gefängnis.

Die 59-Jährige ist zu vier Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden, weil sie die Justiz austricksen wollte. Was war passiert? Die Hartz IV-Empfängerin war als Zeugin ins Gelsenkirchener Amtsgericht geladen worden. Nach ihrer Aussage stand ihr natürlich eine Entschädigung zu. Auf dem Zettel, den sie an der Gerichtskasse einreichte, war als Beruf allerdings „Reinigungskraft“ angeben. Der entsprechende Satz für Verdienstausfall und Fahrtkosten belief sich auf knapp über 100 Euro. Das war deutlich mehr, als ihr zustand.

59-Jährige saß bereits im Gefängnis und hat viele Vorstrafen

Der Betrug fiel jedoch auf. Und so musste sich die einstige Zeugin nun selbst vor Gericht verantworten. Dass sie für den kleinen Trick jetzt gleich ins Gefängnis muss, hat sie allerdings nur ihrem kriminellen Vorleben zu verdanken. Die 59-Jährige ist bereits 15-fach vorbestraft. Auch im Gefängnis hat die Castrop-Rauxelerin schon gesessen.

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Da half es auch nicht, dass sie im Berufungsprozess am Essener Landgericht von einem Irrtum sprach und sagte: „Ein Bekannter hat das für mich ausgefüllt.“ Die Staatsanwältin formulierte es am Ende so: „Sie sind schon mit vier Monaten billig davongekommen.“

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