Die Bushaltestelle an der Beethovenstraße am Stadtgarten wurde im August 2018 schwer beschädigt und dann abgebaut. Seither gibt es kein Wartehäuschen mehr. © Tobias Weckenbrock (A)
Beethovenstraße

Zerstörte Bushaltestelle: Wartehaus soll seit zwei Jahren neu gebaut werden

Unfall im August 2018: Die Bushaltestelle ist zerdeppert. Wochenlang stand sie abgesperrt dort, heute ist sie abgeräumt – aber auf ein neues Wartehäuschen warten Fahrgäste noch immer. Warum?

Zwei Ereignisse beherrschten im August 2018 die Schlagzeilen in Castrop-Rauxel. In Frohlinde wurde ein gerade bezugsfertiges Wohnhaus durch Brandstifter unbewohnbar beschädigt. An der Beethovenstraße am Stadtgarten wurde das Wartehäuschen der Bushaltestelle durch einen Autoraser zerstört.

Heute, zweieinhalb Jahre später: Das Wohngebäude am Mühlenteich in Frohlinde ist bewohnt. Die Bushaltestelle ist weiter ohne Dach. Wie kann das sein?

Fahrgäste müssen an der Beethovenstraße weiter ohne Witterungsschutz warten: Darüber ärgert sich Leser Reiner Fuest. Denn er versteht nicht, warum es so lange dauert. EUV-Vorstand Michael Werner erklärte es im Betriebsausschuss 3 vergangene Woche: Es handele sich um einen Versicherungsfall, der einen langatmigen Prozess auslöste. Der Entschädigungsbetrag, den die Versicherung zahlen wolle, decke nicht die Kosten. Und der Strafprozess gegen den Verursacher sei auch noch nicht abgeschlossen.

Leser findet: Hätte im Etat eingeplant werden können

Ulrich Häpke von den Linken hatte das Thema als Anfrage an die Verwaltung aufgeworfen. Antwort: Ein Ersatzbau sei auf noch unbestimmte Zeit nicht möglich. Man sei aktuell auf der Suche nach neuen Geldquellen dafür, so Werner.

Doch Leser Fuest meint: Spätestens in den Planungen des Doppelhaushalts 2020/21 hätte der Differenzbetrag zur Versicherungsentschädigung eingestellt werden müssen. „Anstatt vollmundiger Ankündigungen, jetzt neue Finanzierungsquellen zu suchen, wäre das Eingeständnis bisheriger Versäumnisse ehrlicher“, findet Reiner Fuest.

Der angeführte Bezug zum Strafprozess sei hier zudem gänzlich ohne Belang. „So hätten die Brandschäden in Frohlinde nicht beseitigt werden können, da der Brandstifter ja nie ermittelt wurde“, führt Fuest an und findet: „Es ist eine unendliche Geschichte zu Lasten der Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs.“

Michael Werner sagte: „Das Thema hat sich lange hingezogen: den Verursacher zu finden, hat lange gedauert, dann mussten wir den Zeitwert bestimmen, das Versicherungsgeld reicht nun nicht aus, um ein neues Häuschen zu bauen. Aber wir werden bald eines bauen.“ Wann bald ist, ließ er aber offen.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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