Zahl der wilden Müllkippen ist in Castrop-Rauxel dramatisch angestiegen

dzHohe Kosten

Die Zahl der wilden Müllkippen in der Castrop-Rauxeler Natur ist in diesem Jahr dramatisch angestiegen. Der Stadtbetrieb EUV muss die hohen Kosten dafür auf alle Gebührenzahler umlegen.

Castrop-Rauxel

, 03.09.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wilde Müllkippen belasten die Natur. Die jüngst in Castrop-Rauxeler wieder entdeckten drei Fundstellen mit Reifenbergen sind so schon ärgerlich genug. Die wilden Müllkippen kosten den Stadtbetrieb EUV in Castrop-Rauxel dazu aber auch viel Geld. Die Kosten für die Entsorgung der Müllkippen werden dabei natürlich auf die Müllgebühren aller Castrop-Rauxeler umgelegt.

Jeder Einwohner sollte also ein Interesse daran haben, dass aller Müll auf dem ordnungsgemäßen Weg entsorgt wird. Also entweder über die häuslichen Müll- und Wertstofftonnen oder – bei größeren Müllmengen – über einen Containerdienst oder direkt am Bringhof des EUV auf dem Lobbe-Gelände am Deininghauser Weg.

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Während gerade in Facebook-Kommentaren immer wieder darauf hingewiesen, dass die auf dem Bringhof genommenen Preise intransparent, unausgewogen oder schlicht zu hoch seien, verweist der EUV immer wieder auf die ganz eindeutige Preisgestaltung dort: Restabfall, Sperrmüll, Bauschutt und unbehandeltes Holz kosten bis max. 0,5 Kubikmeter 10 Euro, bis 1 Kubik 20 Euro etc. Und ein Altreifen ohne Felge wird mit 4 Euro berechnet.

Kostenlose Sperrmüllabholung

Zudem bietet der EUV jedem Castrop-Rauxeler einmal im Jahr die kostenlose Sperrmüllabholung an. Zum Sperrmüll gehören etwa Möbel, Fahrräder, Kinderwagen, Teppiche oder Matratzen. Die kann man vom EUV dann bis zu einer Menge von 1000 Kilogramm abholen lassen.

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Niemand muss seinen Müll also in die Natur kippen. Bei Funden wie jetzt die Altreifen oder eine große Kippe im Grutholz scheint es aber so, als stammen diese nicht von Castrop-Rauxeler Privatleuten, sondern von Gewerbebetrieben, die sich die Entsorgungskosten sparen wollen.

Die drei aktuellen Fundorte wurden dem EUV gemeldet und beseitigt. Der EUV Stadtbetrieb habe hier – wie grundsätzlich immer in solchen Fällen – Anzeige erstattet, so EUV-Sprecherin Sabine Latterner. Ob die Verursacher erwischt werden können, ist offen.

In der Nähe des Bogenschieß-Platzes der Schützengilde Habinghorst am Kanal wurde dieser Reifenhaufen entdeckt.

In der Nähe des Bogenschieß-Platzes der Schützengilde Habinghorst am Kanal wurde dieser Reifenhaufen entdeckt. © André Pfeiffer

In diesem Jahr hat der EUV bis heute bereits 198 illegale Abfallablagerungen entsorgen müssen. Sabine Latterner: „2019 waren es bis Ende des Jahres 200 wilde Müllkippen, was zeigt, dass die Zahl steigende Tendenz hat.“

Die Kosten für die Entsorgung solcher illegaler Abfallablagerungen belaufen sich laut Latterner jährlich auf circa 250.000 Euro. Solche Kosten könnten durch ein kostenloses Angebot am Bringhof vermieden werden, heißt es immer wieder in Facebook-Diskussionen. Denn dann würde der Müll nicht im Wald landen.

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Allerdings scheinen viele Müllablagerungen ja eben nicht von Castrop-Rauxeler Privatleuten zu stammen, die zum Bringhof fahren könnten. Außerdem, und das hat EUV-Vorstand Michael Werner bereits im November erläutert, hat der Recyclinghof bisher rund 350.000 Euro im Jahr erwirtschaftet. Falle das weg, müsse man auch die Mindereinnahmen auf die Müllgebühren umlegen. Also auf alle Castrop-Rauxeler, auch die, die nie zum Bringhof fahren und nie Müll in die Umwelt kippen.

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