Was stimmt denn nun? Infizierten-Zahl bei Westfleisch sorgt für Irritation

dzCoronavirus

Alle Mitarbeiter von Westfleisch in Oer-Erkenschwick wurden inzwischen auf das Coronavirus getestet. Die Ergebnisse sind da. Die Zahl der Infizierten sorgt allerdings für Irritationen.

Oer-Erkenschwick

, 20.05.2020, 09:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Tests bei der Firma Westfleisch in Oer-Erkenschwick sind abgeschlossen, wie der Kreis Recklinghausen mitteilt. Insgesamt 1965 Mitarbeiter wurden dort in den vergangenen Tagen getestet.

Seit über fünf Wochen soll das Kreisgesundheitsamt in engem Kontakt mit dem Schlachtbetrieb gestanden haben, nachdem dort am 5. April der erste Mitarbeiter positiv getestet wurde. Bereits vor der Anordnung des Landes NRW, alle Mitarbeiter zu testen, wurden 17 Personen Corona-positiv getestet.

Nachdem es laut Kreis Recklinghausen „technische Probleme“ gegeben hatte, ließen die Testergebnisse für 1965 Mitarbeiter auf sich warten. Am Freitagmittag, sechs Tage nach den ersten Tests, kam schließlich das erste Ergebnis: 37 weitere Mitarbeiter wurden positiv getestet. Zu diesem Zeitpunkt waren 1846 Tests ausgewertet. Bei 12 Personen war das Ergebnis nicht eindeutig, sie wurden noch einmal getestet.

37, 39, 54, 56: Verschiedene Infizierten-Zahlen

Am Montagnachmittag gab der Kreis Recklinghausen dann bekannt, dass nun alle Testergebnisse feststehen würden - mit der Ausnahme von acht Tests, die immer noch nicht eindeutig wären und auch nicht weiter ausgewertet würden.

In seiner Mitteilung sprach der Kreis Recklinghausen nun von insgesamt 39 Infizierten. Zuvor waren allerdings insgesamt schon 54 Infizierte gemeldet worden. Den Grund erklärt Svenja Küchmeister, Sprecherin der Behörde: „Es fehlten noch 119 Tests. Unter diesen befanden sich zwei positiv getestete Personen. Diese wurden zu den 37 addiert.“ Bleiben also unterm Strich insgesamt 56 Infizierte bei Westfleisch in Oer-Erkenschwick.

Jetzt lesen

Alle positiv Getesteten müssen nun für mindestens zwei Wochen in häuslicher Isolation bleiben. Das gilt auch für ihre direkten Kontaktpersonen. Sie wurden und werden von den Kontaktnachverfolgungsteams des Gesundheitsamts angerufen und über das weitere Vorgehen informiert. „Dieses Vorgehen hat die Verbreitung des Virus‘ schon in vielen Fällen gestoppt, wie Beispiele aus Seniorenheimen und Flüchtlingsunterkünften zeigen“, sagt Landrat Cay Süberkrüb. „Die Teams der Kontaktnachverfolgung leisten da eine hervorragende Arbeit – an sieben Tagen in der Woche.“

Keine Bedrohung für die kritische 50er-Marke

Für die Infizierten-Zahlen im Kreis Recklinghausen stellen die Westfleisch-Fälle in jedem Fall keine Bedrohung dar. Einige der Mitarbeiter wohnen gar nicht im Kreis Recklinghausen. Ihre Infektion wird somit ihrem Wohnort zugeordnet.

Der Kreis teilte am Dienstag zudem mit: „In den letzten sieben Tagen hat es 48 Neuinfektionen gegeben. Die kritische Marke von 50 Neuinfizierten pro Woche auf 100.000 Einwohner liegt umgerechnet auf die Einwohnerzahl im Kreis Recklinghausen bei 308.“ Sie wird weit unterschritten.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt