Wunschtermin für den Baustart des Kinderhospizes Sonnenherz platzt wohl

dzKinderhospiz

Der Termin für den Baustart des Kinderhospizes Sonnenherz in Westrich ist wohl nicht zu halten. Für das Projekt sind noch Abstimmungen zwischen Castrop-Rauxel und Dortmund nötig.

Westrich

, 13.08.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Wunschtermin für den ersten Spatentisch zum geplanten Kinderhospiz Sonnenherz platzt mit größter Wahrscheinlichkeit. Das Neubauprojekt der Grümer-Stiftung sollte eigentlich am 9. September 2019 in der Nachbarschaft des bestehenden Hospizes unweit der Stadtgrenze in Dortmund-Westrich gestartet werden. Der entscheidende Knackpunkt: Das Kinderhospiz muss noch vom Stadtrat in Dortmund abgesegnet werden und dabei das übliche Prozedere der Entscheidungsfindung durchlaufen.

Jetzt lesen

Was bedeutet, dass zunächst die Bezirksvertretung in Lütgendortmund darüber politisch entscheiden muss. Dort könnte das Kinderhospiz entweder am 17. September oder am 8. Oktober auf der Tagesordnung stehen. Zwar wird allgemein erwartet, dass das insbesondere von der Stadt Dortmund und vielen Spendern auch aus Castrop-Rauxel unterstützte Projekt uneingeschränkte Zustimmung findet - das ändert freilich nichts daran, dass der vorgeschriebene Weg eingehalten werden muss.

Grümer: „Wir sind bestürzt und traurig“

Stiftungsgründerin Elisabeth Grümer hat versucht, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um den Termin halten zu können. Sie sagt im Gespräch mit unserer Redaktion: „Wir sind einfach nur bestürzt und traurig.“ Längst stehe die Planung für den Tag, die Einladungen seien auch schon verschickt worden.

Jetzt lesen

Dass die Stadt Castrop-Rauxel womöglich an mitentscheidender Stelle ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben könnte, weist der Bürochef von Bürgermeister Rajko Kravanja, Sven Dusza, strikt zurück. Das Erwachsenen-Hospiz der Stiftung, zunächst in Frohlinde geplant, war letzten Endes nach einer ziemlich langwierigen Kabbelei eben in Westrich realisiert worden. Wissen muss man beim Kinderhospiz, dass die Erschließung über Castrop-Rauxeler Stadtgebiet geht und hier die beiden Planungs- und Bauordnungsämter der Städte zusammenarbeiten.

Der Landschaftsbeirat hat Ja gesagt

Hatte es zunächst in einem Schreiben an die Stiftung geheißen, es fehlten noch Unterlagen für die Baugenehmigung, auch hätte der Landschaftsbeirat der Stadt Dortmund noch kein grünes Licht gegeben, scheint der Sachverhalt jetzt klarer. Der Landschaftsbeirat hat dem Bauprojekt, das in einem Landschaftsschutzgebiet entstehen soll, zugestimmt. „Und das, was fehlt, ist für die Genehmigung nicht wichtig“, sagt Architekt Klaus Winkelmann.

Dabei gehe es lediglich um Parkplätze. Längst ausgebügelt sei ein Fehler, bei dem es um die Erschließungsstraße Brandheide gehe. Die sei versehentlich in einer Darstellung nicht richtig gekennzeichnet gewesen, sagt Winkelmann. Aber das sei Schnee von gestern.

Was fehlt, soll zeitnah ergänzt werden

Die SPD-Fraktion in Dortmund hat die Verwaltung in Castrop-Rauxel wissen lassen, dass der Termin am 9. September wohl nicht zu halten sein wird - mit Verweis auf den politisch nicht abgeschlossenen Entscheidungsprozess. Und angedeutet, dass möglicherweise die Vorlage für die Bezirksvertretung erst für die Oktober-Sitzung zur Verfügung stehen könnte. „Das was von uns noch fehlt, wird ganz zeitnah ergänzt“, sagt Sven Dusza.

„Es ist völlig klar, dass ein Kinderhospiz immer dringlich ist“, erklärt der zuständige Bezirksbürgermeister in Dortmund, Heiko Brankamp (SPD), auf Anfrage unserer Redaktion. Ob das Kinderhospiz in der September-Sitzung der Bezirksvertretung auf der Tagesordnung steht, wisse er noch nicht, weil er sie noch nicht kenne. Er hält die Idee von Grümer, dann am 9. September zu einer großen Infoveranstaltung auf dem Gelände in Westrich einzuladen, für eine ausgezeichnete Idee. Und selbstverständlich sei es ein Anliegen der Stadt Dortmund, das ganze Verfahren sauber abzuwickeln.

Lesen Sie jetzt