Schöne Wanderwege gibt es im Grutholz. Auch einige Sitzgelegenheiten sind am Wegesrand aufgestellt. Mülleimer findet man hier allerdings so gut wie nicht. Manchmal landet Müll darum in der Natur. Es gibt einen einfachen Tipp: Den Müll, den man in den Wald mitgenommen hat, kann man doch einfach auch wieder mit zurück nach Hause nehmen und ihn dort entsorgen. © Tobias Weckenbrock
Müllentsorgung

Wunderschöne Wälder, fieser Müll: Warum gibt es wenig Mülleimer im Wald?

Die Wälder in Castrop-Rauxel sind seit Beginn der Corona-Krise belebter als sonst. Doch das sorgt auch für Ärger: Bürger beschweren sich über zu viel Müll im Wald. Fehlen Mülleimer?

Die Fotos sind wunderschön, die eine Nutzerin nach einem Waldspaziergang bei Facebook eingestellt hat: beeindruckende Tier- und Pflanzen-Detailaufnahmen, die die Schönheit unserer Natur unterstreichen. Doch im Zentrum des Beitrags der Nutzerin steht etwas anderes: Die Spaziergängerin mit dem Faible für besondere Aufnahmen ärgert sich über den Müll am Wegesrand. Sie fragt sich: Warum gibt es so wenig Mülleimer im Grutholz? Müssten die Behörden hier stärker tätig werden?

Die Stadt-Pressestelle sieht das nicht so und verweist auf diejenigen, die den Müll verursachen. Wörtlich heißt es im Antwortschreiben: „In der Tat gibt es in Wäldern keine Mülleimer und die Menschen, die erholungssuchend und naturverbunden in den Wald kommen, sind gehalten, diese Natur zu erhalten.“

Neben dieser Selbstverständlichkeit zum Umgang mit der Natur gebe es eine ganze Reihe Maßnahmen und Angebote von Stadtverwaltung und EUV, die neben der Entsorgung auch das Umweltbewusstsein und die Müllvermeidung beziehungsweise die richtige Entsorgung ansprächen: „Von der schon traditionellen Kampagne ‚Platzverweis dem Dreck‘, Umweltpreisen, Coffee-to-go-Aktionen, kostenlosen Grünschnittwochen über Container bis zur kostenlosen Sperrmüll-Entsorgung etc. reicht die Palette“, so Sprecherin Nicole Fulgenzi.

Ehrenamtler beseitigen viel Müll

Zu erwähnen seien überdies viele Bürger, die sich für den Umweltschutz einsetzen und den Müll anderer ehrenamtlich beseitigten. „Ihnen sei an dieser Stelle unser Respekt ausgesprochen“, so Fulgenzi weiter.

Größere wilde Müllkippen entsorgt derweil der EUV, wenn er Kenntnis davon bekommt. „Die Kosten müssen aber auf alle Gebührenzahler umgelegt werden“, so die Stadt.

In den Kommentaren unter dem Facebook-Beitrag heißt es, auch in Parks und am Hochwasserrückhaltebecken komme es immer wieder zu Verunreinigungen. Die Stadt dazu: „In Parks, wie beispielsweise dem Erin-Park, leert der EUV täglich die Abfallbehältnisse.“ Dort sind tatsächlich entlang der Wege vor allem an Bänken Abfalleimer aufgestellt.

Das Grutholz gilt Spaziergängern, Sportlern, Hundebesitzern und Wanderern als Naturparadies. Aber Müll am Wegesrand ist ein Ärgernis - und keine Ausnahme. (Aufnahme gestellt)
Das Grutholz gilt Spaziergängern, Sportlern, Hundebesitzern und Wanderern als Naturparadies. Aber Müll am Wegesrand ist ein Ärgernis – und keine Ausnahme. (Aufnahme gestellt) © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Tatsächlich sei in den vergangenen Wochen „eine stärkere Nutzung der Erholungsflächen festzustellen. Dementsprechend passe der EUV nach Möglichkeit seine Leerungsintervalle an“, so Fulgenzi. Gern könnten Bürgerinnen und Bürger bei überfüllten Eimern oder größeren wilden Müllansammlungen den recht einfachen Mängelmelder in der Cas-App nutzen oder die Verwaltung oder den EUV anderweitig informieren.

„… der kann ihn doch auch wieder mitnehmen“

Und bei den Wäldern? Nur ein Bruchteil der Wälder befindet sich im städtischen Besitz. Der Regionalverband Ruhr ist hier Herr der Wege und der Natur. Überdies gebe es eine ganze Reihe privater Waldbesitzer. In Bezug auf das HRB sei die Emschergenossenschaft verantwortlich.

Matthias Klar ist Revierförster des RVR. Er hat eine einfache und klare Botschaft: „Wer Verpackungsmüll mitbringt, der kann ihn doch auch wieder mitnehmen.“ Sein Beispiel: ein eingepacktes Butterbrot oder eine Getränkeflasche. Einfach wieder in den Rucksack zurück, wenn sie leer sind, und zu Hause entsorgen. „Es sind hier ja keine Fernwanderwege.“

Seine Erfahrung: „Je mehr Papierkörbe wir haben, desto mehr werden sie missbraucht. Es wird Müll hingebracht, der nicht hier hingehört. Wir haben Eimer an exponierten Stellen, aber wollen keine Vollmöblierung der Wälder.“ Dennoch habe man zum Beispiel im Grutholz an wenigen exponierten Stellen, an denen Bänke zur Rast stehen, auch Müllbehälter, die etwa alle drei Wochen geleert würden. „Schauen Sie“, sagt Klar: „In den Bergen gibt es beim Wandern ja auch keine Müllbehälter.“

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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