Mit einem Handy wollten Feiernde das Zusammentreffen mit der Polizei filmen. Ein weiteres Video allerdings belegte am Ende vor Gericht die nächtliche Ruhestörung. © picture alliance / dpa
Video zeigt Ruhestörung

Wüstes Gerangel mit der Polizei beendet nächtliche Feier im Gartenpavillon

Ein Einsatz wegen nächtlicher Ruhestörung führt die Polizei im Mai 2020 zu einem Gartenpavillon. Neben Zeugenaussagen der Beamten gibt es ein Video, das die Anklage im Amtsgericht bestätigte.

Nächtliches Schwarz, dann der Schein von ein paar Taschenlampen…. So düster begann ein Video, das Licht in ein Verfahren am Amtsgericht Castrop-Rauxel bringen sollte. Kinoqualität hatte es allerdings nicht, die Farben zu dunkel, der Ton zu leise. Doch es reichte, um nachzuvollziehen, was im Mai vor einem Jahr rund um einen Gartenpavillon in Obercastrop vor sich ging.

Wegen nächtlicher Ruhestörung hatten Nachbarn die Polizei gerufen. Aus deren Wohnung hörten die Beamten nach Mitternacht Musik und lautes Sprechen aus einem naheliegenden Garten. Dort trafen die Beamten auf einige Erwachsene, die kein Verständnis für die Beschwerde zeigten.

Wüstes Gerangel

„Wir machen die Musik leiser und hören gleich sowieso auf“, will die 49-jährige Angeklagte gesagt haben. „Ich habe die Beamten gebeten, unser Grundstück zu verlassen“, ergänzte sie. Weil ihr Ehemann laut wurde, forderten die Beamten Verstärkung an. Auch, weil sie sahen, dass ein weiterer Gast die Szene per Handy filmen wollte.

Als der Verstärkungstrupp eintraf, erregten sich die Anwesenden über Hausfriedensbruch, die Frau stellte sich den Beamten in den Weg. Zu einer „wüsten Greiferei“ sei es gekommen, als eine Polizistin die Angeklagte am Arm ergreifen und zur Seite führen wollte, so ein Beamter im Zeugenstand. Der Ehemann habe kräftig mitgemischt.

Von drei weiteren Gästen, die sich, abgeschirmt durch Seitenwände, im Pavillon aufhielten, war nicht viel zu sehen. Doch auf dem Video setzte sich einer der weiteren Gäste in Szene. Nachdem er sein Handy auf einer Ablage in Position gebracht hatte, trat er wie ein Moderator vor die Kamera und kündigte an, was bald geschehen wird. Für den Richter ein Beleg, dass das Video ins Netz und damit öffentlich gemacht werden sollte.

Auch akustische Belege

In der Tat kam noch etwas mehr Licht und Bewegung ins Geschehen. Das aggressive Verhalten der Angeklagten, neben der Frau saß auch ihr 50-jähriger Ehemann auf der Bank, wurde deutlich. Auch für die Beleidigungen gab es akustische Belege, das Wort F…. war zum Beispiel klar zu vernehmen.

Die Anklage – Widerstand, Gewalt gegen Polizisten und Beleidigung – habe sich voll bestätigt, fasste der Staatsanwalt abschließend zusammen. Er forderte 5600 Euro Geldstrafe für den Mann, einen Freispruch für die Ehefrau.

Der Richter wich in seinem Urteil etwas davon ab. Er verurteilte den Ehemann zu einer Geldstrafe von 65 Tagessätzen zu je 30 Euro. Für die Ehefrau gab es eine Verwarnung wegen des Widerstands gegen die Polizei. Ihre Geldstrafe von 300 Euro wird nur dann fällig, wenn sie innerhalb des nächsten Jahres noch einmal straffällig wird.

Über die Autorin
Redaktion Castrop-Rauxel
Ich bin seit etlichen Jahren als freie Mitarbeiterin für die Lokalredaktion tätig, besuche regelmäßig Gerichtsverhandlungen, um darüber zu berichten, und bin neugierig auf alles, was in Castrop-Rauxel passiert.
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