Woher beziehen die Restaurants in Castrop-Rauxel eigentlich ihr Fleisch?

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Nach den Corona-Skandalen in der Fleischindustrie fragen sich immer mehr Menschen: Woher kommt das Fleisch auf meinem Teller? Einige Restaurants haben uns ausführliche Antworten gegeben.

Castrop-Rauxel

, 13.07.2020, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach den Skandalen in der Fleischindustrie, speziell bei Westfleisch und bei Tönnies, fragen sich viele Menschen, woher ihr Fleisch kommt. Wer für die Essenszubereitung zu Hause einkauft, der kann bei regionalen Metzgern, auf Bauernhöfen oder in Bio-Läden einkaufen.

Wer ins Restaurant geht, der weiß oft nicht, woher das Fleisch kommt. Hier gibt es zudem keinerlei Auszeichnungspflicht. So bleibt der Restaurant-Kunde im Unklaren, ob es sich da um deutsches oder ausländisches Fleisch handelt, um Bio-Fleisch oder Fleisch aus Massentierhaltung.

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Unsere Redaktion hat versucht, in Castrop-Rauxeler Gaststätten Aufschluss über die Herkunft des jeweils angebotenen Fleischs zu erfragen. Viele, die wir angerufen haben, wollten keine Antwort geben. In einigen Betrieben aber bekamen wir Auskunft.

  • Das Restaurant Enzo gibt an, sich vom Großhändler Niggemann und von LeMer beliefern zu lassen. Das Ursprungsland des Rindfleisches bei Enzo sei Uruguay, so erfahren wir.
  • Das Restaurant Mythos wird geführt von Marvin Michalek, der offen über die Probleme der Branche spricht. Er kauft seinen Produkte in der Metro und bei Niggemann. Produkte wie Erdbeeren, Spargel und einige Fleischprodukte kaufe er auf Bauernhöfen in Castrop-Rauxel ein. Doch für eine volle Ausstattung durch die Höfe reiche die Menge an Produkten einfach nicht. „Die Höfe kommen schnell an ihre Kapazitätsgrenzen", erzählt er.
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  • Das Restaurant Bürgerstuben bezieht sein Fleisch von der Hinkerohe & Groneick GmbH.
  • Das Restaurant Lumbini bezieht sein Fleisch vom Großhändler Meledi aus Essen.
  • Die Pizzeria Bambino lässt sich von Alfa Pack beliefern.
  • Tante Amanda und das 1910 lassen sich beide von Niggemann aus Bochum beliefen.
  • Das Grill Restaurant Rhodos wird seit 1981 von der Familie Peitos geführt. Sie beziehen ihr Fleisch von Pavlos Kakagiannis, der nach eigenen Angaben von Boeser und Manten beliefert wird. Manten gehört zu den Herstellern, die über das „Regionalfenster Siegel“ verfügen. Das Siegel garantiert, dass 51% des Gesamtgewichts und die erste Hauptzutat aus der Region stammen. Die Spieße werden im Rhodos aber noch selbst eingelegt und gewürzt.
  • Im Brauhaus Rütershoff erzählt man uns von ähnlichen Problemen wie im Restaurant Mythos. Die Bauern aus Castrop-Rauxel hätten nicht die Kapazität, das Restaurant konstant zu beliefern. Hier stammt das Fleisch fast ausschließlich von der Metzgerei Bols in Obercastrop und von Niggemann. Auf Fleisch aus Massentierhaltung werde nach eigenen Angaben verzichtet.
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Einige Betriebe haben angegeben, sich von Niggemann beliefern zu lassen, einem nach eigener Aussage „führenden Frischespezialisten in Deutschland“ mit Sitz in Bochum. Bei Niggemann ist der Castrop-Rauxeler Fleischermeister Christoph Grabowski für das Fleisch zuständig. Niggemann war zu einer Aussage bereit: „Wir arbeiten nur mit Mittelständlern zusammen, mit denen wir auf Augenhöhe Geschäfte machen können", so hieß es aus Bochum.


Anmerkung: Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Manche Restaurants konnten wir nicht erreichen.

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