WLT-Gespensterjäger begaben sich mit Maske und Abstand auf eisige Spur

dzBühne raus 2020

Abstand auf der Bühne, Abstand im Publikum: Beim WLT-Stück „Gespensterjäger auf eisiger Spur“ sollten sich weder Zuschauer noch Darsteller zu nahe kommen. Doch zwei Ausnahmen waren erlaubt.

Castrop-Rauxel

, 07.06.2020, 19:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nein, normal ist hier nicht viel an diesem Sonntag. Das fängt damit an, dass man keine Karten an der Tageskasse kaufen kann, obwohl bestimmt jeder dritte Platz frei bleibt an diesem Sonntagnachmittag auf dem Parkplatz an der WLT-Probenbühne.

Das geht damit weiter, dass sich jeder Besucher die Hände desinfizieren und eine Maske aufsetzen muss, sobald er das Gelände betritt. Ablegen darf er sie erst wieder an seinem Stuhl. Der wiederum steht, Besonderheit Nummer 3, in gebührendem Abstand zur Sitzgelegenheit des Nachbarn - und zwar unverrückbar.

Auch Eltern und Kinder sitzen also mit mindestens 1,50 Meter Abstand zueinander. „Sie können Ihr Kind allerdings auf den Schoß nehmen“, sagt Intendant Ralf Ebeling. Eine Einladung, die einige Eltern und Kinder annehmen.

Visier-Pflicht auf der Bühne

Besonderheit Nummer 4: Masken- bzw. Visier-Pflicht herrscht auch auf der Bühne, und berühren sollen sich die fünf Darsteller auch nicht. „Mit einer Ausnahme“, erklärt Ebeling: Zwei der Darsteller wohnen zusammen, für sie gelten die Abstandsregeln nicht. Lange muss man nicht warten, um herauszufinden, wer das ist: Felix Zimmermann als Tom und Sabrina Sauer, die seine Schwester Lola spielt, teilen sich also nicht nur auf der Bühne ein Hausdach ...

Gespenst Hugo (ganz in Weiß Vincent Bermel) versteckt sich hinter Tom (Felix Zimmermann), während Hedwig Kümmelsaft (Thyra Uhde) nach dem "Unheimlich ekligen Gespenst" sucht.

Gespenst Hugo (ganz in Weiß Vincent Bermel) versteckt sich hinter Tom (Felix Zimmermann), während Hedwig Kümmelsaft (Thyra Uhde) nach dem "Unheimlich ekligen Gespenst" sucht. © Volker Beushausen

„Gespensterjäger auf eisiger Spur“ heißt das Stück von John Y. Hammer nach Cornelia Funke. Die Handlung ist witzig und wird hier rasant mit viel guter Musik (vom Band) erzählt. Der zehnjährige Tom entdeckt im Keller seines Hauses ein Gespenst. Seine Schwester lacht ihn deswegen nur aus, doch die Therapeutin Hedwig Kümmelsaft (Thyra Uhde) beruhigt ihn gleich doppelt.

Nicht nur bestätigt sie Tom, dass es überhaupt Gespenster gibt, sie stellt außerdem fest, er habe Glück gehabt, da es sich bei „Hugo“ (Vincent Bermel) nur um ein MUG handele, ein „mittelmäßig unheimliches Gespenst“, das sich leicht bekämpfen lasse. Und in der Tat: Hugo ist schnell gezähmt - mit roter Kleidung, Spiegeln und Opernmusik.

Auf der Jagd eines „Unheimlich ekligen Gespensts“

Leider bleibt die Sache aber nicht so leicht. Denn Hugo ist überhaupt nur in Toms Keller eingezogen, weil er aus seiner alten Bleibe von einem UEG vertrieben wurde, einem „Unheimlich ekligen Gespenst“ (auch Sabrina Sauer). Und um das loszuwerden, braucht es schon ganz andere Mittel und Unterstützung von der Oma (Julius Schleheck).

Für die Kinder, die meistens im Grundschulalter sind, ist das Ganze eine schöne kurzweilige Angelegenheit, eher lustig als spannend. Auch die Erwachsenen lachen immer wieder auf. Nach entspannten und gerade richtigen 70 Minuten gehen die allermeisten vergnügt nach Hause.

Nächste Saison werden die „Gespensterjäger auf eisiger Spur“ weiter zum WLT-Repertoire gehören.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt