Winter fällt aus: Nach Sturm Sabine bringt Sturm Victoria die Wärme nach Castrop-Rauxel

dzWetter

Ein enttäuschender Winter liegt (fast) hinter Castrop-Rauxel. Am Wochenende bringt er einen Sturm mit Werten bis zu 17 Grad. Und weckt Träume von harten Wintern wie 1962, 1995 oder 2009.

Castrop-Rauxel

, 15.02.2020, 04:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Winter sieht anders aus. Bis jetzt hat es in Castrop-Rauxel keinen Schnee gegeben und auch die Tage mit Minustemperaturen kann man an wenigen Händen abzählen. Bis Ende Februar kündigen sich auch keine Temperaturen um den Gefrierpunkt mehr an.

An diesem Wochenende (15. und 16. Februar) werden sogar wieder Werte im deutlich zweistelligen Bereich erwartet. Zwar soll es in Castrop-Rauxel nicht bis auf 20 Grad hoch gehen, wie es Meteorologen für das Rheinland ankündigen, aber je nach Wetterdienst werden bis zu 15 oder gar 17 Grad für die Europastadt vorhergesagt.

Victoria bringt stürmische Böen mit

Dazu kommen wohl wieder stürmische Böen am Samstag und am Sonntag. Nach Orkantief Sabine sorgt jetzt ein sogenannter Bombenzyklon, ein dickes Tiefdruckgebiet mit dem Namen Victoria, das bei Island seine Kreise dreht, für Unruhe. Es soll am Wochenende wieder Orkanböen bringen.

Nachdem aber Sturm Sabine zum Glück in Castrop-Rauxel nur wenig Unheil angerichtet hat, soll Victoria harmloser ausfallen. Der Deutsche Wetterdienst kündigt an, dass in der Nacht zum Sonntag zunächst an und auf der Nordsee, später auch im west- und nordwestdeutschen Binnenland Sturmböen der Stärke 8 oder 9 auftreten können. Eine Wetterwarnung für Castrop-Rauxel wurde nicht ausgesprochen.

Im Laufe der kommenden Woche soll es generell stürmisch weiter gehen. Danach soll sich das Wetter im Wochenverlauf etwas beruhigen. Es soll auch wieder etwas kühler werden. Einen echten Wintereinbruch in Castrop-Rauxel aber erwartet in den kommenden 30 Tagen keines der Vorhersagemodelle, mit denen die Wetterdienste arbeiten.

Einer der mildesten Winter der Stadt

Damit bleibt es bei einem der mildesten Winter, die Castrop-Rauxel je erlebt hat. Die Wetterdaten, die das Portal timeanddate.de für Castrop-Rauxel gespeichert hat, sind deutlich: Schon der November 2019 ging mit Temperaturen von 15 Grad warm los, die kälteste Novembernacht gab es am 21. mit gerade einmal -3 Grad, der Monatsschnitt lag bei 6 Grad.

Der Dezember brachte keine Änderungen. Mit 16 Grad wurde der wärmste Tag am 17. Dezember registriert, am 1. Dezember war mit -3 Grad die kühlste Nacht. Der Durchschnitt lag bei ebenfalls 6 Grad. Der Januar war einen Hauch kühler, der Monatsschnitt lag aber immer noch bei 5 Grad. Im Vorjahres-Januar lag der Monatsdurchschnitt bei 2 Grad.

Aber auch der Winter 2018/19 war schon nicht sehr kalt. Anders sah es dagegen im Winter 2017/18 aus, als wenigstens der Februar im Durchschnitt bei -1 Grad lag und es mit -10 Grad am 27. Februar knackigen Frost gab. Für Februar 2020 ist das nicht zu erwarten.

Wetter-Geschichte

2009/10 lag an 40 Tagen Schnee

  • Den letzten richtig kalten Winter gab es 2010/11 mit einem kalten und schneereichen Dezember mit -2 Grad im Mittel.
  • 2009/10 lag an gleich 40 Tagen Schnee in Castrop-Rauxel. Mit einer Durchschnittstemperatur von nur 0,9 Grad war es der kälteste Winter seit 1995.
  • Der Winter 1995/1996 schrieb Geschichte – er war deutlich kälter als die langjährigen Mittelwerte, wie Meteorologen später auswerteten. Schuld daran war das Tief „Ilona“, das sibirische Kälte brachte.
  • Älteren Castrop-Rauxelern dürfte der Februar 1956 in Erinnerung sein. Dieser Monat gehörte in ganz Nordrhein-Westfalen zu den kältesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur lag mit -9,6 Grad weit unter allen Werten, die danach verzeichnet wurden.
  • Einen langen und strengen Winter gab es zudem 1962/63, der in Deutschland als der strengste Winter des 20. Jahrhunderts in Erinnerung geblieben ist.
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