Wieder einmal Ärger um zu laute Musik in der Altstadt

dzAdventszelt

Eine Party im Adventszelt ging nicht so aus wie geplant: Anwohner riefen die Polizei, vor Mitternacht war Schluss. Trotz der Beschwerde: Events im Adventszelt wird es weiter geben.

Castrop

, 29.11.2018, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kurz vor Mitternacht drehte die Polizei der Musik praktisch den Saft ab: Die Neue-Deutsche-Welle-Party im Adventszelt endete damit früher, als eigentlich geplant. Und zu einem Zeitpunkt, als sie gerade erst so richtig Fahrt aufnahm (wir berichteten am Montag). Trotzdem soll es in Zukunft weiter Musikevents im Zelt auf dem Markt geben, so Organisator Bubi Leuthold.

„Wir haben eine Genehmigung, bis 22 Uhr Musik spielen zu dürfen, danach müssen wir sie leiser drehen“, sagt er auf Anfrage unserer Redaktion. „Wir waren eindeutig zu laut, aber die Stimmung war gut, der DJ war in Form und so hat niemand darauf geachtet. Aber die Leute sind natürlich im Recht.“

Vergleichbare Fälle hätte es bis jetzt nicht gegeben. In den nächsten paar Tagen gebe es noch vereinzelte Musikveranstaltungen, doch sonst ausschließlich Comedy-Acts, bei denen sich der Lärmpegel in Grenzen halten wird, so Leuthold.

Keine Sondergenehmigung

Sich eine Sondergenehmigung für derlei Veranstaltungen zu holen, habe er nicht vor. Dafür gebe es einfach zu viele andere Veranstaltungen im Adventszelt auf dem Castroper Markt. „Wir müssen bei einem nicht geschlossenen Gebäude einfach mit der Lautstärke aufpassen und ab zehn Uhr leise Hintergrundmusik spielen. Aber das haben wir nicht“, so Leuthold mit einem Schmunzeln.

Das Thema der Lärmbelästigung gebe es schließlich seit Jahrzehnten. „Die Menschen reißen sich gerne an Dingen hoch, die nicht so laufen, wie sie sollen. Doch wir können Castrop-Rauxel nicht mit Dortmund oder Bochum vergleichen, wo solche Partys bis tief in die Nacht gehen.“ Vielleicht sehen es die Leute dort lockerer, vermutet Bubi Leuthold.

Viel Zuspruch auf Facebook

Auch bei Facebook sorgte der vorzeitige Abbruch der Party für Gesprächsstoff. In der Gruppe „Du bist Castroper, wenn...“ solidarisierten sich viele Nutzer mit der Tanzveranstaltung. So kommentierte Natascha Müller: „Traurig, dass es bei den wenigen Events nicht toleriert wird von den Anwohnern. Und leider ein Armutszeugnis für Castrop, solche tollen wenigen Events auch noch kaputt zu machen. Braucht sich keiner mehr zu wundern, wenn die City irgendwann zur Geisterstadt wird!“ Vereinzelt äußern Leute aber auch Verständnis für die Anwohner am Markt. Jörg Schwirtz schreibt: „Hier ist die Stadt gefragt, eine rechtssichere Entscheidung bzw. Ausnahmegenehmigung zu erstellen. Denn noch gilt die gesetzliche Nachtruhe ab 22 Uhr.“

Allgemein gilt eine Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr morgens, sowohl im Ortskern als auch außerhalb. Mit einer Sondergenehmigung könnten Veranstaltungen wie die Tanzparty im Adventszelt am Freitag oder die Kirmes oder auch „Castrop kocht über“ länger stattfinden.

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