Coronavirus

Wie wurde Datteln zum Corona-Hotspot im Kreis Recklinghausen?

In Castrop-Rauxel bewegen sich die Infektionszahlen nach unten. Das kann man vom Nachbarn Datteln nicht behaupten. Keine Stadt in der Region hat gerade eine so hohe Corona-Inzidenz. Warum?
Das Dattelner Rathaus steht mitten in einer schweren Herausforderung: Die Zahl der Coronafälle ist hier höher als in den anderen zehn Städten des Kreises Recklinghausen. Die Wochen-Inzidenz liegt siebenmal höher als der 50er-Schwellenwert, den man als Ziel anpeilt. © Kalthoff (A)

Fast 400 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen, berechnet auf 100.000 Einwohner: Datteln ist im Kreis Recklinghausen zurzeit ein Corona-Hotspot. Die direkte Nachbarstadt von Castrop-Rauxel hat mehr gemeldete akute Sars-CoV-2-Infektionen als der mehr als doppelt so große Nachbar: In Castrop-Rauxel sind es Stand 6 Uhr am Donnerstag, 26. November, genau 126 Personen, in Datteln (nur 35.000 Einwohner) aber sind es 158. Tendenz steigend.

Was ist der Grund dafür, dass Datteln mit einer Wochen-Inzidenz von 373 weit an der Spitze der Infizierten-Statistik im Kreis Recklinghausen liegt?

Es gibt keinen einzelnen Hotspot in Datteln, auf den man die Infektionsbasis zurückführen könnte. Das haben Recherchen der „Dattelner Morgenpost“ ergeben. Der Kreis Recklinghausen konnte am Mittwoch auf Anfrage kein „geballtes Aufkommen“ an Corona-Fällen in Seniorenzentren, Schulen oder Pflegeheimen feststellen.

Flüchtlingsheim in Quarantäne

In städtischen Einrichtungen wie den Flüchtlingsheimen gibt es zwar Corona-Fälle, aber keine Unmengen. Allein die Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Grundschule Ahsen ist derzeit komplett in Quarantäne. Das liegt allerdings an der räumlichen Situation, die sehr eng ist, nicht an vielen Fällen dort.

Es sind also die vielen kleinen Fälle, die für die Nachbarstadt gerade zu einem großen Problem geworden sind.

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