Die Schulen bleiben erst einmal geschlossen. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Wie geht es mit dem Unterricht weiter? Schulen warten auf klare Regelung

Die Schulen bleiben bis zum Ende des Lockdowns geschlossen. Wann wieder vor Ort unterrichtet wird, steht noch nicht fest. Je länger es dauert, desto problematischer, so ASG-Leiter Joachim Höck.

Solange die Corona-Schutzmaßnahmen nicht gelockert werden, bleiben auch die Schulen geschlossen. Darauf haben sich die Kultusminister geeinigt. Die im Dezember beschlossenen Maßnahmen müssten angesichts des Infektionsgeschehens fortgeführt werden, so die Begründung. Das birgt einigen Zündstoff.

Während Eltern überlegen, wie sie ab 11. Januar weiter Betreuung und dann auch den Distanzunterricht organisieren sollen, warten die Schulen in Castrop-Rauxel auf genauere Informationen des Landes, wann und wie es mit dem Unterricht weitergeht. Am Adalbert-Stifter-Gymnasium hat Schulleiter Joachim Höck nicht nur die kommenden Wochen im Blick. Er fordert klare Regelungen vom Land.

Klar ist bisher, dass es ein Stufensystem geben soll. Als erstes sollen, wenn es die Lage erlaubt, alle Schüler bis zur Jahrgangsstufe 6 wieder Präsenzunterricht erhalten. Die weiteren Jahrgänge der weiterführenden Schulen bleiben im Distanzunterricht. In der zweiten Stufe kann ab Klasse 7 Hybridunterricht angeboten werden, also ein Wechselunterricht bei halbierten Klassen. Erst ab der dritten Stufe können alle Schüler wieder in der Schule unterrichtet werden.

Die erste Stufe soll so schnell wie möglich kommen

Ausnahmen wird es für die Schüler der Abschlussklassen geben. Sie sollen sich angemessen auf ihre Prüfungen vorbereiten können und deshalb auch Präsenzunterricht erhalten.

Die erste Stufe wünscht sich Joachim Höck am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion so früh wie möglich. „Die 5. und 6. Klassen sollten schnell wieder in die Schule kommen: aus Betreuungsgründen, aus bildungspolitischer Sicht, aus sozialen Gründen“, sagt er. Genauso wichtig sei dies für die Q2 wegen der Abi-Vorbereitungen. Die Schule als Hotspot sehe er auch weiter nicht.

Schon vor den Weihnachtsferien galt wieder Distanzunterricht am Adalbert-Stifter-Gymnasium. „Wir können mit allem umgehen“, sagt Joachim Höck. Auch wenn die digitale Wirklichkeit am ASG noch nicht einen perfekten Distanzunterricht erlaube. Etwas anderes macht ihm mehr Sorgen: „Wie sieht es mit den anstehenden Klausuren und Klassenarbeiten aus?“

Zweite Klassenarbeiten sind für die Festlegung der Noten wichtig

Mitte Januar werden normalerweise die Halbjahres-Zensuren festgelegt. In die Tage vorher haben einige Lehrer noch die zweiten Klassenarbeiten des Halbjahres gelegt. Im Abi-Jahrgang gibt es einige Nachschreibe-Termine. Vor den Weihnachtsferien kamen für die Leistungsüberprüfungen Schüler eigens in die Schule, die sonst von Zuhause lernten.

Wie wird das jetzt geregelt? Eine der Fragen, die für Joachim Höck noch nicht beantwortet sind. „Es wäre gut, wenn wir die Noten auf eine valide Basis stellen könnten“, so der Schulleiter. „Ich sehe die Arbeiten als zwingend notwendig an.“ Dabei verweist er auch auf rechtliche Fragen, die mit der Ermittlung der Zensuren verknüpft sind.

Beim Abitur soll es beim Anspruchsniveau der vergangenen Jahre bleiben

Noch problematischer wird es in seinen Augen, wenn sich der Distanzunterricht weiter ins zweite Schulhalbjahr hinziehe, wenn dann auch wieder neuer Unterrichtsstoff dran ist, wenn es langsam auch um Versetzungen und Schulabschlüsse geht. „Dann wird es auch schulrechtlich schwierig“, so Höck.

Das Abitur in Gefahr sieht er aber nicht. Die Gefühlslage sei zwar für die Abiturienten sicher nicht rosig, er gehe aber davon aus, dass die Abi-Arbeiten unter normalen Niveauanforderungen laufen könnten. Das Schulministerium, so Joachim Höck, hat bereits bei den Aufgaben die Anzahl erhöht, um eine größere Auswahl zu ermöglichen. „Man nimmt auf die geringere zeitliche Vorbereitung Rücksicht, bleibt aber beim Anspruchsniveau der vergangenen Jahr“, so Höck.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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